10 Wege, um die Konkurrenz auszuspionieren und von ihr zu lernen

Das Internet bietet Unternehmen unendliche Möglichkeiten, das Marketing anderer Unternehmen genau zu analysieren. Was machen die Wettbewerber? Was könnten wir davon übernehmen? Was funktioniert bei der Konkurrenz und was nicht?

Clevere Unternehmen schauen sich die Maßnahmen der Konkurrenz ganz genau an und ziehen dementsprechend Schlüsse. Dabei helfen kostengünstige oder sogar kostenlose Tools weiter, um schnell einen Überblick zu bekommen. Die folgenden 10 Methoden bringen Unternehmen dabei schon eine ganze Ecke weiter.

1. Link-Statistiken auswerten

Bei Twitter sieht man sie überall: die bit.ly-Links oder auch goo.gl-Links. Die praktischen Linkverkürzer helfen, lange URLs zu kürzen und damit mehr Platz beim Twittern zu haben. Was viele aber nicht wissen: die Klick- und Verbreitungsstatistiken des Links lassen sich auswerten – und zwar nicht nur die der eigenen, sondern auch jedes fremden Links.

Dazu nimmt man einfach den entsprechenden Link, kopiert ihn, fügt ihn in die Adresszeile ein und setzt ein Pluszeichen dahinter. Klickt man nun auf Enter, gelangt man nicht zur eigentlich verlinkten Seite, sondern zur Statistik-Seite. Dort kann man sich u.a. anschauen, wie häufig auf den Link geklickt wurde, wie oft er bei Facebook geliked oder geshared wurde und sogar in welchen Tweets er verwendet wurde.

Nützlich für Unternehmen

Analysieren Sie, wie erfolgreich die Links der Konkurrenz bei Twitter sind. Gibt es Themen, die bei den Followern offenbar gut ankommen? Werden eher Links zu eigenen Seiten oder zu fremden Quellen geklickt? Hat die Konkurrenz vielleicht ein paar Tausend Follower, aber nur einstellige Klickzahlen und somit wenig Erfolg bei Twitter?

2. Backlinks “klauen”

Im SEO steht das Thema Linkaufbau nach wie vor ganz oben auf der Agenda der Marketingabteilungen. Dank den letzten Google-Updates wurde es immer schwieriger, an gute Links ranzukommen. Viele Quellen wurden und werden entwertet, und Webmaster setzen nur noch zögerlich Links auf fremde Seiten. Woher also gute Links nehmen und nicht stehlen? Moment mal, warum eigentlich nicht stehlen?

Nun, vielleicht nicht direkt stehlen, aber zumindest die Quellen anzapfen, die die Konkurrenz auch nutzt, das ist oft kein Problem. Profi-SEOs nutzen diesen Trick schon lange, in die Online-Marketing-Abteilungen der Unternehmen ist er aber meist noch nicht vorgedrungen.
Mit Tools wie zum Beispiel backlinktest.com lassen sich die Backlinks beliebiger Website auf Knopfdruck analysieren. Woher kommen also die Links der Konkurrenz? Oft kann man dort ebenfalls Links abstauben, die dann das eigene Ranking in den Suchmaschinen verbessern.

Nützlich für Unternehmen

Analysieren Sie die Backlinks Ihrer wichtigsten Wettbewerber. Welche Quellen nutzen diese? Gibt es Medienpartnerschaften? Gute Verzeichnisse? Portale? Andere Unternehmen, die ebenfalls auf Sie verlinken könnten?

3. AdWords ausspionieren

Für diesen Tipp brauchen Sie ein kostenpflichtiges Tool (oder eine Menge Geduld und Handarbeit). Ich empfehle hier Xovi. Mit 99€ im Monat für alle Module ist Xovi preislich momentan unschlagbar und bietet einen sehr großen Funktionsumfang.
Analysieren Sie doch einmal, für welche Begriffe die Wettbewerber AdWords-Anzeigen schaltet. Sidn dort Begriffe dabei, die für Sie auch relevant sein könnten? Die Ergebnisse können Sie entweder selbst in AdWords-Kampagnen verwenden oder aber in Ihre SEO-Maßnahmen aufnehmen.

Nützlich für Unternehmen

Welche Keywords haben Ihre Wettbewerber eingebucht? Welche davon haben Sie bisher übersehen? Wie und wo können Sie passende Keywords ebenfalls bewerben?

4. Fan-Wachstum beobachten

Auch im Bereich der Social Media lässt sich einiges über Unternehmen und deren Maßnahmen herausfinden. Neben den bereits angesprochenen bit.ly-Links lohnt sich zum Beispiel ein Blick auf das Fanwachstum der Facebook-Seiten der Konkurrenz. Anbieter wie zum Beipsiel Socialben.ch sind zwar relativ teuer, bieten aber manchmal einen gratis-Testzugang an. Gerade bei Socialben.ch kann man eine beliebige Seite in Bezug auf das Fanwachstum, aber auch auf die aktivsten Fans und viele weitere Kennzahlen analysieren.

Social Media Aktionen wie Gewinnspiele haben oft sprunghafte Anstiege der Fanzahlen zur Folge. Mindestens ebenso oft sind die Ergebnisse aber nur von kurzer Dauer. Fans melden sich gern wieder ab, wenn das Gewinnspiel beendet ist. Das lässt sich mit geeigneten Tools gut herausfinden.

Nützlich für Unternehmen

Wie hat sich das Fanwachstum des Wettbewerbers entwickelt? Gibt es größere Sprünge? Wodurch sind diese begründet? Welche Aktionen haben nachhaltiges Wachstum zur Folge, welche nicht?

5. Fan-Interaktion überwachen

Neben dem reinen Wachstum der Fan-Zahlen ist vor allem die Entwicklung der Interaktionen von Bedeutung. Auch hier helfen einige kostenfreie oder zumindestens kostenlos testbare Tools. Einen schnellen Überblick über die Interaktions-Rate einer Facebook-Seite bietet zum Beispiel das von Björn Tantau entwickelte ffir.st. Per Knopfdruck lässt sich das Verhältnis von “Sprechen darüber” zur Fanzahl berechnen und mit anderen Seiten vergleichen. Für einen ersten Überblick sehr gut geeignet.

Das bereits angesprochene Socialben.ch liefert neben der Beobachtung der Fanzahlen auch viele weitere Auswertungen zur Interaktion der Fans. Auch hier lohnt sich ein näherer Blick.

Nützlich für Unternehmen

Welche Aktionen haben zu Interaktionen der Fans geführt? Wie steht Ihre Seite im Vergleich mit der Konkurrenz da? Welche Themen funktionieren bei den Wettbewerbern, welche nicht?

6. Meta-Keywords auswerten

Der Meta-Tag “Keywords” stammt noch aus den “guten alten” SEO-Zeiten. Trug man dort die gewünschten Suchbegriffe ein, war das schonmal ein großer Schritt auf dem Weg in Richtung Seite 1 bei Google. Klar, dass hier schnell massive Manipulation einsetzte und Google dementsprechend irgendwann “den Stecker zog” und die Meta-Keywords aus der Berechnung des Rankings herausgenommen hat. Das hält insbesondere kleinere Unternehmen aber bis heute nicht davon ab, fleißig die gewünschten Suchbegriffe in die Meta-Tags einzubauen. Gut für uns, denn so erfahren wir quasi auf dem Silbertablett, wofür die Wettbewerber gerne gefunden werden möchten. Das könnte man doch nutzen…

Nützlich für Unternehmen

Welche Begriffe haben die Wettbewerber in die Meta-Tags eingebaut? Sind dabei Begriffe, die Sie noch nicht auf dem Schirm haben (für SEO/SEA)?

7. XING-Kontakte im Auge behalten

Manchmal lohnt sich auch ein Blick in die XING-Kontakte der Wettbewerber. Wen hat zum Beispiel der Geschäftsführer des Hauptkonkurrenten in seinen Kontakten? Eventuell können hier auch interessante Schlüsse abgeleitet werden.

Nützlich für Unternehmen

Wer sind die Kontakte der Führungskräfte der Wettbewerber? Sind eigene Kunden darunter? Gibt es gemeinsame Kontakte? Sind bekannte Persönlichkeiten, Journalisten etc. unter den Kontakten? Wen davon lohnt es sich, ebenfalls anzusprechen?

8. Affiliates analysieren

XOVI bietet in seinem umfassenden Funktionsumfang auch die Möglichkeit, Affiliate-Partner einer Website zu analyiseren. Zur Begriffsklärung: Affiliates sind Webmaster, die auf der eigenen Seite fremde Produkte gegen Provisionszahlung bewerben. Die Partnerschaften laufen meist über Partnerprogramm-Netzwerke ab. Von Hand ist es nahezu unmöglich, herauszufinden, wer die Produkte eines Anbieters bewirbt. Mit XOVI und Co. geht das jedoch problemlos.

Nützlich für Unternehmen

Wer bewirbt die Produkte der Wettbewerber? Sind darunter Portale, mit denen sich eine Koooperation ebenfalls lohnen würde? Wie aktiv ist die Konkurrenz im Affiliate-Marketing? Welche Produkte werden verstärkt beworben? Können vielleicht Partner abgeworben werden?

9. Google+ Ripples

Ein absolut geniales Tool, um erfolgreiche Aktionen der Konkurrenz auszuspionieren, sind die Ripples auf Google+. Solange das Social Network von Google in Deutschland noch nicht wirklich angekommen ist, kommt man damit leider noch nicht allzu weit. Das wird sich aber voraussichtlich in den nächsten Monaten ändern.

Google+ Ripples ermöglichen es nachzuvollziehen, wie sich ein Link bei Google+ verbreitet hat. Das bedeutet: wer hat den Link geteilt und wie wurde er dann weitergeteilt. Übersichtlich dargestellt erkennt man so schnell, wer die Influencer sind, die den Link an weitere Verteiler weitergeben. Um einen beliebigen Link zu analysieren, geben Sie diesen Link in den Browser ein: https://plus.google.com/ripple/details?url= und setzen direkt hinter das Gleichzeichen die zu analysierende URL. Also zum Beispiel https://plus.google.com/ripple/details?url=http://www.seomoz.org/blog/authorship-google-plus-link-building.

Durch Scrollen kann man nun beliebig tief in die Grafik hereinzoomen. Allerdings findet das Tool nur die Influencer, die den Link öffentlich geteilt haben. Private Kreise etc . können leider (wie auch bei Facebook) nicht analyisert werden.

Tipp: Ich habe mir den “Rohling”-Link in der Schnellzugriffs-Leiste des Browsers abgespeichert. So kann ich blitzschnell darauf zugreifen und einen beliebigen Link dahinterhängen.

Nützlich für Unternehmen

Welche Inhalte der Wettbewerber werden häufig geteilt? Wer sind die relevanten Influencer? Können diese vielleicht für Ihr Unternehmen “gewonnen” werden?

 10. Twitter-Follower analyiseren

Zu guter Letzt noch ein Tipp, um die Twitter-Follower der Wettbewerber einmal genauer zu untersuchen: SocialBro ist ein kostenloses Tool, das sich sowohl zur Analyse der eigenen Gefolgschaft als auch derer der Konkurrenz sehr gut eignet. Das Tool bietet unendlich viele Analysen, unter anderem:

  • Wer sind die einflussreichsten Follower?
  • Wer folgt nicht zurück?
  • Wer ist kürzlich “entfolgt”?
  • Zu welchen Tageszeigen sind die Follower online?
  • etc.

Viele dieser Fragestellungen lassen sich nicht nur für den eigenen Twitter-Account, sondern auch für fremde Accounts auswerten. Damit lernt man relativ schnell, wie aktiv und wie erfolgreich die Konkurrenz bei Twitter ist und was man ebenfalls einmal ausprobieren könnte.

Nützlich für Unternehmen

Welche Follower folgen auch der Konkurrenz? Wie aktiv sind die Wettbewerber und wie interaktiv sind deren Follower? Worüber schreibt die Konkurrenz? Welches sind die einflussreichsten Follower? Lassen sich diese auch bei Ihrem Account zum Folgen bewegen?

 

 


12 Kommentare

  1. Einige Sachen sind ganz nett, Meta-Tag Keywords, Links in Xovi, Sistrix und Co anschauen sind aber nen bissl “basic” :-)

    • admin

      Alles eine Frage der Zielgruppe, Bernie :-)
      Ich komm übrigens Ende des Monats wieder runter zu euch…

  2. Da sind sehr schöne Tipps bei!

    Danke für die Anregungen. SocialBro muss ich unbedingt mal ausprobieren, da hatte ich bisher nichts von gehört!

  3. Nette Zusammenstellung. Nur die Meta-Keys würde ich rauslassen, bzw. man kann das natürlich auch nutzen, um potenzielle SEO-Kunden zu finden: wer auf so etwas vertraut, der braucht Hilfe!

  4. Clemens

    Hallo,
    das mit den G+ Ripplets hab ich gleich ausprobiert und den Link gespeichert. Danke für den Tipp! Ich hab noch ein kostenloses Tool, wo man schauen kann, wie die Konkurrenz insgesammt so bei den Sozialen Netzwerken abschneidet. Also wie oft insgesamt sideumfassen geliked wurde etc. Vielleicht von Interesse…
    Die Adresse ist socialyser.de. Es gibt ähnliche Tools in den USA, aber da kann man nur 1 URL jeweils testen und nicht die ganze Seite.

    • admin

      Hi Clemens,
      sieht gut aus, das Tool. Leider (wie bei allen kostenlosen Tools) sehr fehlerhafte Ergebnisse (gerade die Facebook-Daten stimmen nicht mal annähernd). Aber für nen ersten Überblick wahrscheinlich geeignet.

      • Hallo Felix,
        ich bin gerade über Alerts auf den Post hier gestoßen und das es wohl einen Bug mit dem socialyser in Bezug auf Facebook gibt. Dieser ist nun behoben. Das Problem betraf nur URLs ohne Dateiendungen, daher sicher auch der Fehler bei Ihrem Blog. PS: Warum sollen kostenlose Tools nicht funktionieren? :-)
        Viele Grüsse
        Maik

  5. Danke Felix für diesen hilfreichen Artikel.
    Ich hatte bis dato noch nichts von backlinktest.com und ffir.st gehört.
    backlinktest.com scheint ganz gute Ergebnisse zu liefern.

    LG,
    Stefan

  6. Ich finde die Tipps gut, auch wenn manches schon bekannt ist. Am interessantesten find ich Ripples. Das ist ja mal ein nettes Spielzeug.

  7. Die Konkurrenz ausspionieren. Wer macht denn sowas?
    Offensichtlich jeder und alle. Das ist wohl auch der Grund dafür, dass entsprechende Tipps immer wieder gerne angenommen werden.
    Na denn, schönen Dank auch! :-)

  8. Sehr schöne Liste. Vieles altbekannt, aber gleich Tip Nr. 1 kannte ich noch nicht. Vielen Dank!

  9. Über deinen Artikel bin ich damals erstmals auf die Google Rippels gestoßen, das ist zur Abwechslung mal wieder ein Tool von Google, dass ich tatsächlich sehr gelungen finde.

    Auf unserem Corporate Blog habe ich in einem aktuellen Artikel eine Zusammenstellung mit Tools & Tipps zur Konkurrenzbeobachtung erstellt.

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  1. 6 hilfreiche Tipps und Tools zur Konkurrenzbeobachtung - [...] und wie er gesharet wurde. In der Übersicht bekommt man dann schnell einen Überblick über die Reichweite des Links ...

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