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SEOKOMM 2013 Recap oder Warum Menschen beim Sex mobil surfen

Die SEOKOMM gehört jedes Jahr zu den Pflichtterminen in meinem Kalender .Und auch dieses Jahr habe ich den Besuch nicht bereut. Oliver Hauser und Christoph Cemper haben wieder eine beeindruckende Konferenz auf die Beine gestellt. Zum letzten Mal… aber dazu später mehr.
Aus Zeitgründen habe ich die am Vortrag der SEOKOMM veranstaltete OMX nicht mitgenommen. Schade, denn diejenigen, die dort waren, haben von tollen Eindrücken berichtet. Naja, nächstes Jahr…

Ich kam also erst am Donnerstagabend um 23 Uhr in Salzburg an. Im Ibis Nord musste ich dann lernen, dass „Nichtraucherzimmer“ bei der Buchung keineswegs Bestandteil der Buchung, sondern nur ein frommer Wunsch an’s Hotel ist. Das Hotel hat ganze 13 Nichtraucherzimmer; technisch ist es aber wohl nicht möglich, diese Option rauszunehmen, wenn diese Zimmer belegt sind. Naja, ich wollte ohnehin schon immer mal in einem kalten Aschenbecher übernachten, jetzt kann ich das auch abhaken.

Marcus Tandler: Surprise, Surprise!

Die SEOKOMM wurde am Freitagmorgen Punkt 9 Uhr von Marcus Tandler eröffnet. Marcus hat letztes Jahr mit seinem neuen Präsentationsformat (mehrere Hundert Slides in 40 Minuten) alle von den Stühlen gerissen. Dieses Jahr hat er das Ganze noch einmal getoppt!

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Marcus rockt die SEOKOMM

Seine Präsentation war bis ins kleinste Detail ausgefeilt, hochprofessionell und absolut begeisternd. Inhaltlich ging es um aktuelle Entwicklungen bei Google und Zukunftsvisionen bei Suche und Internet. Warum bietet Google wohl Internet via Ballons an? Warum ein selbstfahrendes Auto? Diese ganzen Dienste habe im Endeffekt nur ein Ziel: Mehr Menschen sollen online gehen und mehr Zeit haben, um Google zu nutzen. Denn wer beim Autofahren nicht mehr lenken muss, kann währenddessen, genau, Google-Produkte nutzen.

Google wird währenddessen immer „schlauer“. Dank der semantischen Zusammenhänge lernt Google zu „lesen“. Das ist auch erklärtes Ziel des Konzerns: Inhalte wirklich zu verstehen. Immerhin ist Google mittlerweile 15 Jahre alt, da kann man schon ein Textverständnis auf Grundschulniveau erwarten, wie Marcus witzelte. So aufregend diese Entwicklung auch ist, ein bisschen Unbehagen stellt sich schon ein. Marcus Vergleich zwischen Google und Skynet scheint plötzlich gar nicht mehr so weit hergeholt…

Einen besonderen Fokus legte Marcus auf die Bedeutung des mobilen Internets. Wer immer schon mal wissen wollte, wie viel Prozent der Menschen auf dem Klo(38%) oder beim Sex (9%) mobil surfen, konnte auch diese Infos mit nach Hause nehmen.

Marcus‘ Keynote war die zweitbeste, die ich bisher gehört hatte (letztes Jahr fand ich sie noch einen Tick besser, aber vielleicht nur, weil die Art der Präsentation so neuartig war).

Ich erlaube mir mal einen Hinweis an alle anderen Referenten (mich eingeschlossen): Marcus hält eine KEYNOTE, keinen normalen Vortrag! Es ist NICHT erstrebenswert, unbedingt so viele Folien wie möglich in so wenig Zeit wie möglich zu pressen. Es scheint sich in letzter Zeit ein wahrer Wettkampf darum entwickelt zu haben, wie viele Slides man in seinen Vortrag packt (was natürlich vorher bei Facebook bekannt gegeben wird *g*). Mehr ist nicht immer besser, das hängt extrem vom Vortragsformat und der Zielsetzung ab. Keynotes sollen Impulse vermitteln und „wachrütteln“, keine tieferen Informationsinhalte enthalten.

Klaus Arent – Content Marketing – von der Idee bis zum Seeding bei Quelle.de

Im nächsten Vortrag zeigte Klaus Arent, wie er bei Quelle.de Content-Marketing betreibt. Dabei zeigte er den kompletten Prozess, von der ersten Idee bis zur Auswertung. Sogar mit Zahlen zu den Kosten und den erreichten Links geizte Klaus nicht.

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Klaus zeigt Content-Marketing bei Quelle.de

Dabei fand ich besonders interessant: nur 10% des Budgets gehen für die Content-Erstellung drauf. Der Rest fließt in Recherche, Design, Seeding etc .

So wirklich wirtschaftlich kommt mir die Vorgehensweise, die Klaus in seinem Vortrag beschrieben hat, zwar nicht vor .Wenn ein generierter Link von einer mittelmäßigen Seite im Schnitt 500€ kostet, könnte man das Geld wohl auch in den Aufbau redaktionellen HTML-Contents investieren und so vielleicht mehr Links generieren – zusätzlich zu höherer Verweildauer, mehr Shares, Interaktionen etc. Aber Quelle wird schon seine Gründe haben.

Alles in allem toller Vortrag von Klaus, sehr sympathisch und eloquent präsentiert.

Eric Kubitz: So funktioniert es wirklich mit den guten Inhalten

Direkt im Anschluss war Eric Kubitz an der Reihe. Thematisch passte sein Vortrag gut zum vorherigen von Klaus. Wie nicht anders zu erwarten, ging es bei Eric um die Erstellung von den vielzitierten „guten Inhalten“. Was verbirgt sich eigentlich dahinter? Und wie stellt man die Qualität von Inhalten sicher?

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Eric setzt dazu einen elfstufigen Fragenkatalog ein. Besonderer Bedeutung kommt dabei der Suchmotivation zu. Eric teilt die Suchbegriffe in „Do, Know und Go“ ein (gleichbedeutend mit den Kategorien transaktional, informational und navigational). In einer Bachelorarbeit konnte ein Mitarbeiter von Eric (Edit: Christoph Baur, danke Eric) belegen, dass Google bei Begriffen, die bestimmten Suchmotivationen zugeordnet werden können, unterschiedliche Arten von Content anzeigt. So werden Websites mit Bildern überdurchschnittlich bei informationalen, aber nur selten bei transaktionalen Begriffen gerankt.

Auch den „Zero Moment of Truth“, den ich in meinen Seminaren immer gern als Grundlage heranziehe, stellte Eric vor. Menschen informieren sich heute dank Suchmaschinen und Social Media VOR einem Kauf ausführlich im Internet und finden dabei nicht nur Beschreibungen derHersteller, sondern auch Berichte von Kunden, Rezensionen, Blogeinträge oder Facebook-Posts.

Karl Kratz: Schöner ranken

Karl machte gleich zu Beginn seines Vortrags klar, dass dieses Jahr keine Formel zu erwarten war :-). Stattdessen ging es ihm darum, Impulse zu vermitteln. Und das ist Karl durchaus gelungen, wie viele grübelnde Gesichter und hitzige Diskussionen im Nachgang zeigten.

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Karl stellt das neue iPhone vor – oder so

Was machen wir SEOs zum Beispiel, wenn immer weniger Geräte eine Tastatur haben. Für jüngere Generationen wird Sprachsuche und Sprachsteuerung immer mehr zum Alltag. Sind wir auch dann noch auffindbar? Was ist mit Geräten ohne Display? Kleidung und Schmuck werden demnächst internetfähig – sind wir darauf vorbereitet?

Karl zeigte auch, wie Kenntnisse über Ereignisse sich im Online-Marketing nutzen können. Individuelle Ereignisse (z.B. Hochzeit, Geburt eines Kindes etc.) und kollektive Ereignisse (Weihnachten, Fußball-WM etc.) führen zu speziellem Such- und Surfverhalten.

Manche Menschen posten zum Beispiel nach der Geburt eines Kindes ganz bewusst kein Bild vom Baby bei Facebook (obwohl das der Kloutscore-Booster schlechthin ist *g*), um zu vermeiden, dass Facebook zu viel über ihr Privatleben erfährt. Gleichzeitig suchen sie aber bei Google nach „Windeln“ – gibt es ein eindeutigeres Signal, in welcher Lebensphase sich die Familie gerade befindet?

Und schließlich wies Karl auf die Bedeutung des „Digitalen Asset-Managements“ hin. Im Sinne von „Liebe deine Texte“ soll alles, was digital erstellt wird, gehegt und gepflegt werden: höchstqualitative Erstellung, umfangreiche Strukturierung, regelmäßige Aktualisierung und so weiter. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich Karl da uneingeschränkt Recht geben. In vielen (mittelständischen) Unternehmen sieht die Situation wie folgt aus: Der Fuhrpark wird sorgfältig gepflegt, Imagebroschüren und Werbefilme werden für viel Geld erstellt, Gebäude regelmäßig saniert – aber die Website und die Texte werden lieblos zusammengeschustert und nie wieder angefasst. Extrem schade…

Expertenpanel: Nach 30 Minuten 20 Links mehr

Ein Highlight des Tages war sicher das Panel aus Andreas Bruckschlögl, Julian Dziki, Bastian Grimm, Oliver Hauser und Dominik Wojcik.

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20 neue Links in 30 Minuten

Wie letztes Jahr auch lautete das Versprechen: In nur 30 Minuten 20 konkrete Linkquellen zu nennen, die ohne viel Aufwand erschließbar sind. Leider (oder zum Glück) herrscht bezüglich der Quellen absolutes Blogverbot. Daran halte ich mich natürlich :-). Nur so viel: Es waren einige echte Perlen dabei, für die allein sich die Reise nach Salzburg schon gelohnt hat.

Ralf Zmölnig – Vergesst doch endlich die SEO-Tricks

Den Abschluss des Tages bildete Ralf’s Vortrag. Er plädierte, wie immer mehr SEOs, von einer Abkehr von den Tricks und Spielerein hin zu „echtem“ Marketing, „echter“ PR und „echten“ Inhalten. Statt also zum Beispiel mit Kategorietexten auf Footerhöhe zu tricksen oder Inhalte in Tabs und Scrollboxen zu verstecken, warum nicht Texte erstellen, die wirklichen Mehrwert bieten?

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Ralf versuchte, mit Cat Content zu punkten

Das ist auch und gerade in Online-Shops gut machbar und führt neben besserer Auffindbarkeit auch zu höherer Verweildauer und vielleicht sogar mehr Conversions.

Die Party

Dieses Mal fand die Party nicht direkt in der Brandboxx statt, sondern in einer ca. 700m entfernten Partylocation. Wir haben uns auf der Fahrt schon auf ein üppiges Buffet gefreut, leider zu früh. Stattdessen wurden Häppchen gereicht, z.B. Garnelen, Lachs oder Hähnchenbrust. Alles sehr lecker, aber eben leider auch sehr klein. Obwohl wir jede vorbeihuschende Bedienung um ihre begehrte Ware erleichterten, wurden wir den ganzen Abend nicht so richtig satt. Aber geschmeckt hat’s trotzdem :-).

Als Attraktion war dieses Mal Bogenschießen angesagt. Ich muss zugeben: Das hat echt Spaß gemacht (auch wenn ich die gelbe Mitte verfehlt habe). Beim Schießen zeigten sich bei manchen Kollegen unerwartete Talente. So outete sich Wolf Galetzki als Mitglied des Stammes der „Flinken Flitzebogen“ und Anne Kratz bekam den Ehrennamen „Die dem Kolibri das Auge rausschießt“. Karl hingegen… naja, ich sage es mal so:

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Wolf, Stephanie und Karl beim Bogenschießen

Wir wissen jetzt, wer in der Familie Kratz für die Jagd zuständig ist ;-).

Die Wahl des SEO-Kanzlers AT habe ich leider nur am Rande mitbekommen. Trotzdem herzlichen Glückwunsch den Siegern!

Fazit

Was bleibt zum Schluss noch zu sagen? Die SEOKOMM war auch 2013 wieder eine geniale Veranstaltung. Verbesserungsvorschläge gibt es natürlich immer (WLAN wäre nach wie vor fein und eine breitere Getränkeauswahl tagsüber ebenfalls), aber das schmälert nicht den Gesamteindruck der Konferenz. Ich hatte viel Spaß mit Karl und Anne, Jens, Stephanie, Wolf, Sebastian, Chris, Henri, Jörg, Carsten, Marcus, Nils, Uwe und natürlich meinem Lieblings-Traumpaar Tobi und Christina 😉 (und natürlich allen anderen, die ich hier nicht genannt habe).

Freue mich auf nächstes Jahr! Christoph Cemper wird die nächste SEOKOMM nicht mehr mitorganisieren, aber ich bin sicher, Oliver wird diese Aufgabe auch alleine bravourös meistern!



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Kommentare



SEOKomm 2013 – Recap zur SEO Konferenz in Salzburg 24. November 2013 um 23:28

[…] https://felixbeilharz.de/seokomm-2013-recap-oder-warum-menschen-beim-sex-mobil-surfen/ […]

Antworten

Eric 25. November 2013 um 8:31

Hey Felix,
schöner Recap. Und danke dafür und auch für die Nennung.
Weil er der beste Mitarbeiter der Welt ist, würde ich gerne dem Christoph auch einen Namen geben: Es war der Christoph Baur (bei Twitter auch als @vanseo zu erleben) und er hat sogar ’ne 1 für die Arbeit bekommen 😉
fröhliche Grüße
eric

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admin 25. November 2013 um 9:56

Danke Eric, mir ist der Name nicht mehr eingefallen. Hab ihn gerade ergänzt :-).

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Alexander 25. November 2013 um 10:46

So werden Websites mit Bildern überdurchschnittlich bei informationalen, aber nur selten bei transaktionalen Begriffen gerankt.
Also hier und in 1000 andere Beispiele tauchen die Bilder ehr im transaktionalen Suchbegriffen:

https://www.google.de/#q=rote+schuhe+kaufen
https://www.google.de/#q=rote+schuhe+infos

Gibt es Daten und Analysen zu der og. Annahme?

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Christoph 25. November 2013 um 15:32

Hallo Alexander,

also zunächst muss noch erwähnt werden, dass es im Grunde nicht ganz stimmt, dass Webseiten mit Bildern bei know-Keywords besser ranken. Die Untersuchung hat vielmehr ergeben, dass zu informationsgetriebenen (also know) Keywords häufiger eine Universal Search Box mit Bildern eingeblendet wird, als bei z. B. transaktionalen Suchbegriffen. Es geht hier also vor allem um die Integration der Image Universal Search Boxen. Und man muss berücksichtigen, dass wir insgesamt 1550 der meistgesuchten Keywords angesehen haben. Die Zahlen gelten also in erster Linie für den Shorthead. Den Longtail haben wir nicht untersucht. Die von dir genannten Keywords würde ich hingegen eher dem Longtail zuordnen.

Ich hoffe ich konnte deine Frage ausreichend beantworten. Ansonsten kannst du mir gerne noch eine E-Mail schreiben.

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Christoph Baur 25. November 2013 um 14:05

Schöner Recap! Und natürlich vielen Dank für die namentliche Erwähnung. Ich werde mich mal mit Eric besprechen, ob wir die Bachelorarbeit nicht sogar veröffentlichen können.

Viele Grüße
Christoph

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SEOkomm Recap 2013: Der König ist tot, lang lebe der König! 25. November 2013 um 18:48

[…] Warum Menschen beim Sex mobil surfen – Recap von Felix Beilharz: https://felixbeilharz.de/seokomm-2013-recap-oder-warum-menschen-beim-sex-mobil-surfen/ […]

Antworten

SEOkomm 2013 Recap – Popularity Reference | PR – Popularity Reference GmbH 29. November 2013 um 9:58

[…] http://christian-tembrink.blogspot.de/2013/11/seokomm-recap-omx-2013-recap-mein.html https://felixbeilharz.de/seokomm-2013-recap-oder-warum-menschen-beim-sex-mobil-surfen/ http://www.tekka.de/2013/11/24/seokomm-2013/ […]

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Fach-Konferenz Tipp: SEOKomm & OMX 2014 | Kultur und Event Tipps von Gundi 24. August 2014 um 16:56

[…] https://felixbeilharz.de/seokomm-2013-recap-oder-warum-menschen-beim-sex-mobil-surfen/ http://www.search-one.de/seokomm-2013-recap/ […]

Antworten

28 Learnings von der OMX und SEOKOMM – Recap 2014 26. November 2014 um 10:45

[…] vorher schon freut. Die SEOKOMM ist definitiv ein solcher Höhepunkt. Bereits zum dritten Mal konnte ich dabei sein, das erste Mal auf der OMX. Allerdings nicht als Teilnehmer: Auf dem OMX-Tag […]

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