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Unternehmen verpassen Gelegenheiten in Social Media

Social Media Marketing bietet für Unternehmen jede Menge Gelegenheiten, sich mit tollem Kundenservice und diversen Überraschungen von den Mitbewerbern abzuheben. Doch leider werden diese Gelegenheiten so selten genutzt. Heute im Seminar hat sich so eine Gelegenheit live ergeben und wurde einfach verfallen gelassen. Doch dazu später mehr.

Gestern abend noch habe ich das Beispiel von Thomas Cook gelesen. Kurzfassung: ein junger Mann namens Thomas Cook fragt mit einem intelligenten Posting auf der Fanpage des gleichnamigen Reiseunternehmens an, ob er denn aufgrund seiner nun schon 26 Jahre andauernden Marketing-Aktivität für das Unternehmen nicht einen kleinen Ausgleich verdient habe. Immerhin denkt jeder, der mit ihm spricht, automatisch an den Reiseunternehmen – Brandbuilding pur. Ihm habe das über die Jahre hinweg eine Menge Spott, dem Reiseunternehmen dagegen jede Menge kostenlose Werbung eingebracht. Eine Wochenendreise nach Paris fände er zum Beispiel super.

Das Unternehmen kanzelt ihn stattdessen mit einer Standard-Antwort ab: kostenlose Reisen gebe es nicht, aber auf der Website finde er immer die besten Angebote. So ziemlich die plumpeste denkbare Antwort.

Ein anderes Reiseunternehmem war schlauer. Es hatte offenbar den Post beobachtet und sich daraufhin verständnisvoll gezeigt. Im Gegensatz zu Thomas Cool habe man Verständnis für die Lage des Namensvetters. Er solle sich melden, die Reise mitsamt Begleiter nach Paris warte auf ein – und zwar nicht nur ein Wochenende, sondern eine ganze Woche lang. Wenn das mal nicht clever war…

Gibt’s solche Chancen nur für die Großen?

Nein, ganz im Gegenteil.

Ich hatte heute ein Social Media-Seminar für Banken. Anwesend waren Vertreter von fünf Genossenschaftsbanken. Um Twitter zu demonstrieren, habe ich mal nach ein paar relevanten Suchbegriffen gesucht, unter anderem nach „Weltspartag“. Dabei kam folgender Tweet zum Vorschein:

Ein kurzer Blick auf den Absender offenbarte: die Dame ist Mitglied des Bundestags, hat 358 Follower und, wie 2 Minuten weitere Recherche zeigten, bei Facebook über 2.300 Freunde. Also offenbar nicht ganz ohne Einfluss…

Hilfsbereit wie ich bin, habe ich natürlich gleich die Berliner Volksbank, eigentlich in den Social Media sehr professionell unterwegs, empfolen:

Da hatte sie ihr Glück allerdings schon versucht:

Soweit, so gut. Kurz danach schaltete sich die Volksbank auch selbst ein, und hier wird es jetzt spannend. Hier die Antwort der Bank:

Da lohnt der Aufwand nicht??? Eine Bundestagsabgeordnete, Multiplikatorin hoch drei, fragt nach dem Weltspartag, den sie ihrem Kind zeigen will, und als Antwort bekommt sie zu hören, dass sie den Aufwand nicht wert sei? Mmh…

Und es geht noch weiter. Sie gibt nicht auf und hakt nach:

Und wenige Minuten später die Antwort der Volksbank:

Anstatt also auf die konkrete Frage der Dame einzugehen, kommt ein knapper Werbetweet.

Oh Mann, was hätte man da alles rausholen können. Warum nicht die Dame mitsamt Kind einladen, umsorgen und einen „Weltspartag im kleinen Kreis“ veranstalten? Warum jemanden, der solchen Einfluss ausübt (oder überhaupt jemanden) so abkanzeln?

Schade, eine wunderbare Chance ist damit wohl vergangen… Da gib’s noch einiges zu lernen…

 



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