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Amazon Echo – die endgültige Abschaffung der Privatsphäre?

Würde ich mir einen BND-Agenten auf die Couch setzen, der Tag und Nacht meine Unterhaltungen protokolliert? Wohl eher nicht. Würde ich mir ein Gerät ins Regal stellen, das potenziell immer mithört und alles Gehörte in der Cloud abspeichert? Diese Frage werden wir uns ab jetzt stellen müssen.

Denn Amazon bringt „Amazon Echo“ auf den Markt. Dieses kleine Wunderwerk ist eine perfekte Ergänzung zu sprachgesteuerten Fernsehgeräten, bewegungsgesteuerten Monitoren, datenhungrigen Tracking-Armbändern und proaktiv arbeitenden Suchmaschinen.

Was Echo alles kann, zeigt am besten dieses Werbevideo von Amazon.

Was ist Amazon Echo?

Amazon Echo ist ein neues Gadget aus dem Hause Amazon. Auf den ersten Blick sieht Echo aus wie ein moderner Bluetooth-Lautsprecher, doch Echo kann viel mehr. Es spielt Musik, beantwortet Fragen, sucht Dinge im Internet, hat eine Timer- bzw. Weckfunktion und vieles mehr. Im Werbevideo werden auch Funktionen wie Wettervorher- und Datumsansage, Buchstabierfunktion und viele andere Alltagshelfer gezeigt.

Das Besondere daran: Amazon Echo funktioniert mit Sprachsteuerung. Es enthält ein eingebautes Raummikrofon, das Stimmen aus dem ganzen Raum „hört“, sobald das indviduelle Codewort fällt. So könnte man Echo zum Beispiel einen Namen geben. Wenn jemand im Raum diesen Namen sagt, wird das Mikrofon aktiviert und Echo ist bereit für die nun folgenden Kommandos. Gleichzeitig ist in Echo ein hochwertiger Lautsprecher verbaut, so dass es die heimische Stereoanlage (hat sowas eigentlich noch jemand zuhause?) ersetzt.

Das Gerät lernt auch ständig dazu. So wird es künftig immer mehr Aufgaben ausführen und Informationen liefern können. Durch den lernen Algorithmus passt sich Echo auch besser an den Besitzer an, lernt seine Vorlieben kennen und wird so zu einem individuellen Begleiter der ganzen Familie.

Welche Risiken könnte es bei Echo geben?

Echo zieht seine Informationen aus der Cloud und speichert ebenso alle Daten in der Cloud ab. Damit wird schon deutlich, wo die Crux an der Sache liegt. Wer Amazon Echo kauft, hat eine potenziell ständig aktive „Wanze“ im Wohnzimmer stehen, die alles, was gesprochen wird, aufnehmen und im Internet abspeichern kann. Was daraus werden kann, ist ja nicht zuletzt durch die NSA-Skandale der letzten Jahre deutlich geworden.

Amazon versichert zwar, dass Echo nur durch das Codewort aktiviert werden kann und ansonsten „schläft“. Aber wer sagt denn, dass nicht jemand mithört, den man nicht gerne im eigenen Wohnzimmer hätte? Die NSA (und ganz nebenbei der BND natürlich auch) zapft bereits E-Mails, Telefondaten, sonstigen Internetverkehr und alles andere an. Hacker aktivieren unbemerkt Webcams, Handys können problemlos geortet werden. Wenn jetzt für Geheimdienste die Möglichkeit besteht, direkt und live in jedem Wohnzimmer „mit dabei“ zu sein, glauben wir wirklich, dass diese Chance ungenutzt bleibt?

 Ist die Welt bereit für Echo?

Würdet ihr euch ein solches Gerät in die Wohnung stellen? Was ist eure Meinung: geniale Erfindung, dass das Leben schöner macht oder fieses Spionagewerkzeug, für das Menschen auch noch Geld bezahlen?



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Kommentare


Amazon Echo – intelligenter Lautsprecher hört Gespräche mit 8. November 2014 um 19:56

[…] Amazon / Felix Beilharz / […]

Antworten

Der SEO-Blog-Wochenrückblick KW 46 – SEO Trainee | Ab hier geht´s nach oben 14. November 2014 um 13:12

[…] so die Vorlieben des Besitzers kennen. Datenschützer setzt diese Funktion in Alarmbereitschaft: Felix Beilharz nennt “Echo” in einem Blogpost eine “potenziell ständig aktive &#8…, die alles aufnimmt, was gesprochen wird, und die Daten abspeichert. Durch die NSA-Skandale der […]

Antworten

Amor Dhaouadi 20. November 2014 um 17:47

Beim Lesen des Artikels habe ich sofort an den Roman 1984 von George Orwell gedacht. Dem Amazon-Echo fehlt nur noch eine Videokamera, und die Welt, wie sie Orwell in seinem Roman gezeichnet hat, wäre perfekt. Ehrlich gesagt habe ich immer noch verstanden, welchen Mehrwert das Produkt an den User liefert. Das ist ein Produkt, was m.E. die Welt (noch) nicht braucht.
Amor Dhaouadi (www.freelancer-schweiz.ch)

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