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Kuka Robotics vs. Timo Boll – Wie man im Social Web große Erwartungen weckt und diese dann nicht erfüllt

Es hätte so toll werden können. Der Roboterhersteller Kuka Robotics hat vor einigen Wochen mit einer grandiosen Idee großes Aufsehen erregt. Um zu demonstrieren, wie schnell die Roboterarme mittlerweile sind, kündigte das Unternehmen an, einen ihrer Roboter gegen den besten deutschen Tischtennisspieler Timo Boll antreten zu lassen. Wow, das schlug ein! Ein Roboter gegen den mehrfachen Weltmeister, der alte Kampf Mann gegen Maschine.

Und dabei hat Kuka mit seiner Werbeagentur alles richtig gemacht. Ein emotionales, mitreissendes Vorab-Video wurde rasend schnell viral, mehr als 1,5 Millionen Aufrufe nach einer Woche. Für ein B2B-Unternehmen ist das ein absoluter Spitzenwert. Das Video ist auf jeden Fall sehenswert:

Und nicht nur ich war dieser Meinung. Über 1.300 Kommentare begleiteten dieses Video, unter anderem auch Google+ Shares von der Tagesschau oder der Huffington Post.

Im Video wurde das Duell für den 11. März angekündigt. Sogar eine eigene Website (http://www.kuka-timoboll.com) wurde dafür eingerichtet, das Vorab-Video war eine Zeit lang auf der Startseite der Unternehmenswebsite eingebettet.

Soweit, so geil!

Ende gut, alles gut?

Alle Welt wartete also auf das große Match zwischen Roboter und Weltmeister. Und dieses Match… fand nie statt.

Richtig, es gab kein Duell. Am 11.03. wurde lediglich ein Werbevideo präsentiert, das Ausschnitte aus einem angeblichen Duell zeigte – mit unzähligen Schnitten und ständiger Zeitlupe, so dass von der eigentlichen Botschaft, der enormen Geschwindigkeit des Roboters, nicht mehr viel übrig bleibt.

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In dem inszenierten „Duell“ führt der Roboter erst deutlich nach Punkten. Dann holt Boll auf und siegt schließlich. Botschaft: Kuka Roboter sind nicht die besten im Tischtennis, aber wahrscheinlich die besten im Robotics-Sektor.

Ein Making-Of-Video zeigt, wie das Video produziert wurde.
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Das war schon alles?

Ja, das war schon alles. Das groß angekündigte Duell entpuppt sich als blanker Werbegag. Kein Duell, das große Versprechen hängt leer in der Luft.

Stellt sich die Frage, was für Kuka dabei hängen bleibt. Die generierte Aufmerksamkeit kann dem Unternehmen nicht mehr genommen werden. Immerhin wurde auch das „Duell“-Video über 1,7 Millionen Mal angesehen.

Allerdings zeigten sich die Nutzer überwiegend (sehr) enttäuscht bis verärgert.

 

 
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Lustig ist aber auch, dass längst nicht alle Kommentatoren verstanden haben, dass es KEIN Match gab. Stattdessen fragen viele, wo denn nun das vollständige Duell zu sehen sei… Hach ja, das Internet.

Mein Fazit

Ich persönlich finde es schade. Nicht, dass die Videos nicht super produziert oder die Ideen richtig gut wären. Aber es bleibt ein fahler Beigeschmack. Ich als Zuschauer fühle mich veräppelt. Natürlich weiß ich, dass in der Werbung nichts echt ist, schließlich beschäftige ich mich Tag ein Tag aus mit Marketing. Aber im Social Web können solche „Fake“-Aktionen schnell nach hinten losgehen, wenn sie nicht direkt als solche zu erkennen sind. Mir wurde ein cooles Duell versprochen, dass mich echt brennend interessiert hat. Was ich bekommen habe, ist ein Werbefilmchen. Ich befürchte, dass Kuka mit der Aktion zwar viel Publicity gewonnen, aber etwas Glaubwürdigkeit verloren hat. (Vielleicht gab es bei Kuka ganz andere Intentionen für die Aktion. Meine Interviewanfragen blieben leider unbeantwortet, deshalb beschränke ich mich auf meine Sichtweise).

Tipp an die Konkurrenz: Wenn jetzt ein Roboter-Hersteller mit einem echten Duell rauskäme, wären ihm Reichweite, Aufmerksamkeit und Sympathien im ganz großen Maßstab gewiss 😉



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