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Wie Netto mit einem viralen Katzenvideo die Welt erobert

Katzen regieren das Internet. Eigentlich haben ja die alten Ägypter das Social Web erfunden – sie haben auf Wände geschrieben und Katzen angebetet.

Solche Sprüche zeigen, wie unglaublich stark Leute auf Katzenvideos (Cat Content) abfahren. Aus irgend einem Grund haben Katzen schon immer eine Sonderstellung im Netz gehabt.

Der Markendiscounter Netto macht sich diese Eigenheit jetzt zu Nutze und setzt Katzen in seinem viralen Werbevideo ein. Und zwar verdammt gut.

Was ist aus Marketing-Sicht so gut an dem Video?

Das Video ist aus mehreren Gründen hervorragend.

Erstens allein die Tatsache, dass Netto den Internethype „Cat Content“ aufgreift und das in einem Video verarbeitet. Sympatischer und trendiger kann man eine Marke kaum inszenieren.

Dann steht, ähnlich wie beim Supergeil-Video von Edeka, die Marke stets im Mittelpunkt. Das ist bei vielen viralen Videos der große Knackpunkt – hohe Verbreitung, aber wenig Markeneffekt.

Da die Katzen aber im Netto-Markt einkaufen, die Netto-Logos und Produkte ständig im Bild sind (ohne werblich oder störend zu wirken), dürfte sich das Video auch stark auf die Marke auswirken.

Der beste Aspekt wird aber erst bei genauerer Betrachtung sichtbar. Netto greift gleich mehrere Internet-Trends mit Katzen auf, bezieht sich auf ultra-erfolgreiche Videos. Das ist nicht nur clever, das ist grandios (so ähnlich haben es übrigens auch die Berliner Verkehrsbetriebe mit ihrem „Is mir egal“-Video vorgemacht).

Welche Katzenvideos hat Netto verarbeitet?

Die Einkaufswagen schiebende Katze wurde in unzähligen Cat-Compilations verarbeitet:

Dass Katzen sich vor Gurken erschrecken, haben wir auch erst durch das Internet erfahren:

Dicke Katzen und Katzentüren – ein Klassiker.

Bei 0:37 kommt „Surprised Kitten“ zum Einsatz, eines der viralsten Katzenmotive überhaupt mit 80 Millionen Aufrufen:

Direkt danach holt sich Facebook OMG Cat ins Boot, ebenfalls einer der Grand Signeurs der Katzenszene:

Von den Talking Cats oder Nomnom Cats gibt es viele Variationen, die allesamt super viral wurden:

Natürlich darf auch Dramatic Cat nicht fehlen:

Was hätte Netto aus Marketingsicht besser machen können?

Bei soviel genialem Content fällt es schwer, etwas zu kritisieren. Eines hätte allerdings sicher geholfen: ein Hashtag. Da davon auszugehen war, dass das Video viral geht, hätte ein passender Hashtag (z.B. #NettoCats) sicher nochmal einen deutlichen weiteren Boost gegeben. Fast alle viralen Kampagnen nutzen einen eindeutigen Hashtag (z.B. #UmparkenImKopf, #Heimkommen #WeihnachtenIstInDir, #Supergeil, etc.).

Ach ja, der König aller Katzen, Grumpy Cat, hätte noch gut ins Portfolioi gepasst. Eventuell könnte man die letzte Katze als Anspielung auf die Miesepeter-Katze verstehen, aber das hätte deutlicher rausgearbeitet werden können.

Ansonsten: Ich bin begeistert, vielen Dank für dieses grandiose Stück Cat Content, Netto!



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Kommentare


Matthias 9. Juni 2016 um 7:40

Von den Zahlen her scheint das auch wirklich gut anzukommen, und das obwohl das Video handwerklich ganz anders ist, als Facebook das für den Newsfeed empfiehlt. Was sagst du denn zu den Punkten länge des Videos, Geschwindigkeit beim Einstieg und Relevanz bzw. nicht von Ton?

Antworten

Viktor 9. Juni 2016 um 20:39

ich finde das Video grauenhaft und ich bin Katzenfan. 1/10 der YouTube Daumen gehen nach unten. Kommentare natürlich deaktiviert. 78K Engagements auf FB, wovon wahrscheinlich sehr viele "Lacher" dabei sind. Das einzige was abgeht sind die Facebook Shares, ja. Aber da ist immer die Frage: Was bleibt davon hängen?

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Link-bait nervt, schlechtes Content-Marketing sowieso… – HTML5 Apps und Produktivität 9. Juni 2016 um 21:41

[…] und mein Lieblings-Berater Felix Beilharz (Codename: Flexi Beiknarz ;-), sorry Flexi) den neuen Katzenwerbefilm von Netto […]

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Alexander Trust 9. Juni 2016 um 23:35

@Matthias: Die Zahlen sind absolut kein Indiz. In einer ZDF-Doku wurde vor Monaten gezeigt, wie man YouTube-Views im großen Stil für ein paar hundert Dollar kaufen kann. In dieser Doku wurde eine Fake-Pop-Band promotet, mit einem Musikvideo auf YouTube. Erst bekam das Video keine Resonanz. Weil aber das Video dann durch den Zukauf mehr als hunderttausend Views hatte, wurde es von der Content-Mafia als "interessant" eingestuft und also wurde drüber berichtet. Die ganzen Berichte dazu sagen also nun auch wieder nichts über die echte Reichweite aus. Die kennt nur der Besitzer des YouTube-Kanals.

Antworten

Alexander Trust 10. Juni 2016 um 0:22

@Matthias: In einer ZDF-Doku wurde vor Monaten schon darauf hingewiesen, dass Views bei Videos keine Relevanz haben, weil man sie zu hunderttausenden kaufen kann. Es gibt dutzende Redaktionen, die aber erst über hunderttausend Views auf ein Video aufmerksam werden und dann eben "vermuten" dort wäre etwas relevant obwohl es möglicherweise gar nicht so ist, sondern die Klicks aus Indien oder China stammen. In der Plattenbranche werden CDs gekauft, in der YouTube-Branche sind es Views, um Relevanz vorzugaukeln. Ob das in diesem Fall so war wird wahrscheinlich niemand, der jetzt so willfährig und Grumpy-Cat-strahlend darüber berichtet, versuchen wollen in Erfahrung zu bringen. Denn die Photoshop-Realität an der man mitverdient ist immer noch der echten vorzuziehen.

Antworten

Pan 11. Juni 2016 um 7:45

Die Katze an der Kasse hast du vergessen: https://www.youtube.com/watch?v=J—aiyznGQ

Antworten

Pan 11. Juni 2016 um 7:49

^ Link funktioniert nicht, da euer Kommentarformular aus irgendeinem Grund aus drei Bindestrichen einen Geviertstrich macht.

Antworten

Super+Markt+Katzen=Supermarktkatzen #catcontent | nullenundeinsenschubser 15. Juni 2016 um 21:45

[…] hat sich das Ganze Jung von Matt [via lead digital], und dafür auch viel Lob geerntet. Felix erklärt, welches Mems genau genutzt werden, die das Video so erfolgreich machen. Mal abgesehen von den […]

Antworten

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