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8 Denkweisen, mit denen deutsche KMU ihren Online-Marketing-Erfolg sabotieren

Was gibt es nicht für tolle Erfolgsbeispiele im Online-Marketing: Amazon dominiert Google für nahezu jedes erdenkliche Keyword, Chefkoch.de wächst wie Schaum, Media Markt nähert sich der Marke von 1,5 Millionen Facebook-Fans. Ganz anders sieht es da aus, wenn man mal ein paar Schritte zurücktritt und sich die kleinen Unternehmen im deutschen Mittelstand ansieht. Von Online Pure Playern und Internet-Startups abgesehen wird es da schnell ganz düster… Kaum Sichtbarkeit im Netz, kaum Interaktivität, kaum Erfolge. Woran liegt das?

In den letzten Jahren habe ich mehrere Tausend Menschen in meinen Seminaren gehabt und mich mit einigen Hundert auf Konferenzen oder Messen unterhalten. Dabei zeigt sich immer wieder, wie groß der Graben zwischen dem, was (marketing-)technisch machbar ist und dem, was in Familienunternehmen, kleinen Betrieben und lokalen Unternehmen tatsächlich gemacht wird.

Der große Graben…

Während in den Vorträgen der Fachkonferenzen von Content Dynamisierung, cookieless Tracking, Unicode in Rich Snippets oder kanalspezifischer Content-Strategie die Rede ist, hat der Inhaber eines durchschnittlichen Handwerksbetriebs nicht einmal eine Ahnung, wie viele Besucher sich auf seiner Website überhaupt tummeln (meist deshalb, weil die Zugriffe einfach nicht getrackt werden). Und während auf Podiumsdiskussionen darüber philosophiert wird, wohin sich Pinterest und Instagram in den nächsten Jahren entwickeln, weiß der Geschäftsführer eines durchschnittlichen Familienbetriebs nicht, dass Google für sein Unternehmen schon längst eine Google+ Local-Seite angelegt hat und sich sogar schon die ersten Kundenbewertungen darauf befinden.

Aus all den Gesprächen, Seminaren und Diskussionen habe ich für diesen Beitrag 8 Aussagen herausgefiltert, die mehr oder weniger prototypisch für kleine und mittlere Unternehmen stehen. Alle diese Aussagen habe ich in der Praxis mehfach (dutzendfach?) gehört. Und alle führen dazu, dass die Potenziale des Internets nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft werden und die Chancen völlig falsch eingeschätzt werden.

Erkennen Sie sich in einer dieser Aussagen wieder? Haben Sie in der Praxis andere oder ähnliche Erfahrungen gemacht? Dann freue ich mich auf Ihre Kommentare.

1. „Wir ranken bei Google auf der ersten Seite!“

Ja, aber wofür? Den Firmennamen? Ein eigenes Produkt? Damit MÜSSEN Sie auf der ersten Seite ranken, sonst läuft etwas gewaltig schief!

Wer sich mit SEO noch nicht eingehender befasst hat, für den ist dieser Sachverhalt nicht sofort ersichtlich. Zu dieser Erkenntnis bin ich auch erst nach und nach gekommen, als ich diese Aussage immer und immer wieder gehört habe. Nur selten folgt nämlich darauf eine Erklärung, wofür man denn auf der ersten Seite rankt. Darüber machen sich Laien einfach keine Gedanken.

Es gibt nicht „die“ Seite eins bei Google. Jeder Begriff hat eine eigene erste Seite, und selbst die unterscheidet sich mittlerweile je nach Suchhistorie und Google+ Netzwerk des Suchenden. Wenn Sie sich also mal selbst bei dieser Aussage ertappen, lassen sie zumindest ein „für den Begriff XYZ“ folgen.

2. „Bei uns ist das aber alles ganz anders!“

Nein, ist es nicht!!! Oder vielmehr: Ja, ist es, aber das ist bei allen anderen auch so! Jedes Unternehmen hat spezifische Besonderheiten und spezielle Rahmenbedingungen. Die einen haben kein Budget, die anderen keinen Content, die Dritten enge Vorgaben. Jeder hat mit seinem Los zu kämpfen.

Mit dieser Aussage im Hinterkopf wird aber nie etwas Wertvolles entstehen! Stattdessen wären Überlegungen wie  „Das geht so bei uns nicht, aber was könnten wir denn daran ändern, damit es bei uns funktioniert“ oder „Was können wir denn davon übernehmen“ unendlich gewinnbringender, finden aber leider viel zu selten statt. Bei Beispielen aus anderen Branchen wird schnell der Kopf zugemacht, weil das ja so „bei uns eh nicht funktioniert“. Solche Aussagen habe ich schon lange aus meinem (gedanklichen) Vokabular gestrichen. „Was steckt dahinter?“ und „Was kann ich davon übernehmen?“ bringen mich viel weiter – und Sie ebenfalls.

3. „Dann posten wir halt bei Facebook, wenn wir was Neues im Shop haben!“

Die überwältigende Mehrheit der Unternehmen, die ihre Aktivitäten bei Facebook als erfolglos bewerten, schafft einfach nicht den Switch von der Unternehmens- zur Kundensicht. Dem Facebook-Fan ist es völlig egal, dass Sie 2.000 Besucher beim letzten Tag der offenen Tür hatten, auch wenn das für Sie absolute Spitze war. Und sogar, dass Sie ein neues Produkt im Shop haben, interessiert den Nutzer nur im Ausnahmefall. Stattdessen stellt sich der Nutzer die alles entscheidende Fraege: „Was ist für mich drin?“

Stellen Sie sich bei allem, was Sie posten, die Frage: „Wenn ich ein Kunde wäre, fände ich das spannend/hilfreich/lustig/bemerkenswert und würde ich das meinen Freunden weitererzählen?“. Damit gelingt Ihnen das Erstellen von nutzerorientierten Inhalten kinderleicht.

4. „Social Media funktioniert bei uns nicht, wir haben’s schon versucht!“

Diese Aussage folgt meist in einigem zeitlichem Abstand auf die obige. Woran machen Sie fest, dass es nicht funktioniert? Und haben Sie analysiert, warum es nicht funktioniert hat? Eine Facebook-Seite zu haben, ist kein Social Media Marketing. Einen Imagefilm bei YouTube hochzuladen, ebensowenig. Und den Fans ein schönes Wochenende zu wünschen, macht auch noch keine Content-Strategie aus.

Haben Sie analysiert, welche Inhalte bei Ihren Wettbewerbern funktionieren? Haben Sie verschiedene Ansprachen getestet? Haben Sie überhaupt kanalspezifische Ziele definiert, die eine Erfolgskontrolle ermöglichen? Und sind Sie mit den richtigen Erwartungen an das Social Web herangegangen?

Social Media Marketing ist nichts, was man „mal probiert“, sondern ein dauerhafter Prozess mit Höhen und Tiefen, in dessen Verlauf Sie sich nicht nur mit Ihrem Marketing, sondern auch Ihrer Unternehmensidentität, Ihren Kundenbeziehungen und Ihrem gesamten Auftreten verändern und hoffentlich auch wachsen.

5. „Dann schreiben wir halt ein paar Blogger an, damit sie über uns berichten!“

Diese Aussage habe ich so oder in einer ähnlichen Form mehr als ein Dutzend Mal gehört, meist als Antwort auf die Frage, wer denn als Multiplikatoren in der Strategie vorgesehen ist. Leider zeigt die Aussage, welche Wertschätzung den Bloggern in manchen Unternehmen entgegengebracht wird. Vor fünf Jahren haben sich Blogger wahrscheinlich noch darüber gefreut, von Unternehmen angeschrieben zu werden. Mittlerweile bekommt jeder Blogger, der einigermaßen Einfluss hat, wöchentlich, wenn nicht täglich mehrere Anfragen genau dieser Art. Die Chance, dass er darauf eingeht, ist mehr als gering.

Nein, der Blogger hat nicht auf Sie gewartet. Manche lassen sich natürlich bestechen, aber längst nicht alle. Was also tun, um in Blogs Erwähnung zu finden?

Wie so oft heißt auch hier die Antwort: Beziehungen aufbauen. Werden Sie selbst Teil der bloggenden Community. Abonnieren Sie Blogs, die Sie interessieren. Folgen Sie den Bloggern bei Google+ und Twitter. Laden Sie die Blogger zu einem Interview ein. Vielleicht senden Sie dem einen oder anderen sogar mal ein kleines Präsent zu oder laden Blogger aus der Region zum Lunch ein. Zeigen Sie Interesse und Wertschätzung (besser: HABEN Sie Interesse und Wertschätzung!). Sehen Sie Blogger als strategische Partner, denen Sie ebenso viel Nutzen bringen müssen, wie sie von ihnen erwarten. Das ist Arbeit, ja. Aber das kann sich nachhaltig auszahlen.

6. „AdWords-Anzeigen lohnen sich bei uns nicht und sind viel zu teuer!“

DIE Standard-Antwort von kleinen Unternehmen, die erste Schritte im Google-Anzeigensystem unternommen haben. Da wird eine Anzeige erstellt und es werden möglichst viele Keywords eingebucht. Und am nächsten Morgen schaut man ins System und stellt fest: die Klicks haben mehrere Euro (pro Klick) gekostet. Also werden die Anzeigen abgeschaltet, man ist empört, wie sich Google doch an den ohnehin schon gebeutelten Unternehmern bereichert.

Meine Fragen: Wie lange haben Sie sich in das AdWords-System eingearbeitet? Wieviel Zeit haben Sie darauf verwendet, sich durch die Anleitungen oder ein gutes Buch zu lesen? Haben Sie die Unterstützung einer Agentur eingeholt? Haben Sie eine sinnvolle Kampagnenstruktur ausgearbeitet? Haben Sie mit Keyword-Optionen und ausschließenden Keywords gearbeitet? Haben Sie den Qualitätsfaktor optimiert? Haben Sie das Display-Netzwerk und Retargeting ausprobiert? Und vor allem: Haben Sie nicht nur die Kosten, sondern auch die Ergebnisse, z.B. über das Conversion Tracking, gemessen?

Natürlich ist AdWords nicht billig. Warum sollte es das auch sein? Es ist das vielleicht beste Werbesystem aller Zeiten, das den Nutzer genau dann abholt, wenn er gerade ein aktues Problem oder Bedürfnis hat, und alle anderen Nutzer außen vor lässt. Aber solange Sie die Funktionen und Möglichkeiten nicht ausgeschöpft haben, ist „zu teuer“ einfach kein Argument. Punkt.

7. „Wir machen alles selber, wir haben da jemanden sitzen, der die IT macht!“

Eine meiner absoluten Lieblingsaussagen. Häufig kommt das von Unternehmen, die ihren Kunden wiederum vermitteln (wollen), warum man doch besser zu Spezialisten wie ihnen kommt, statt entweder alles selbst zu machen oder sich an einen ambitionierten Laien zu richten.

Jemand, der „die IT macht“, ist KEIN Online-Marketer. Und sogar wer eine Website erstellen kann, hat noch lange nicht zwangsläufig Ahnung von SEO, Psychologie, Conversion Optimierung oder Usability. Ich habe SO VIELE Websites gesehen, die „jemand bei uns im Haus“ gemacht hat, und in fast allen Fällen waren sie grottig. Vielleicht haben Sie ja wirklich jemanden, der in den eben genannten Bereichen gleichermaßen bewandert ist. Wenn ja, bezahlen Sie ihn (oder sie) gut, legen Sie ihm einen roten Teppich aus und bezahlen Sie ihm das Mittagessen. So jemand ist Gold wert, und ebenso schwer zu finden. Die Wahrscheinlichkeit spricht eher dafür, dass Sie jemanden haben, der die IT-Infrastruktur administrieren und vielleicht sogar HTML schreiben kann – im Online Marketing hat dieser Jemand dann aber nichts verloren!

8. „Wir haben doch gar nichts zu erzählen!“

Das ist der Pudels Kern. Meiner Erfahrung nach sind 80% aller kleinen Unternehmen davon überzeugt, dass es über sie nichts Berichtenswertes zu berichten gibt. In aller Regel zeigt sich jedoch, dass das einfach nicht stimmt. Wenn es den Unternehmen einmal gelingt, die Unternehmensbrille abzusetzen, einen Schritt zurückzutreten und die Kundenbrille aufzusetzen, tauchen plötzlich unzählige Stories, bemerkenswerte Erfahrungen, hilfreiche Tipps und lustige Episoden aus dem Unternehmensalltag auf, die sich im Social Web wie blöde verbreiten würden. Beispiele dafür gibt es ja genug. Malermeister, die dank Social Media zu regionalen Berühmtheiten wurden, Rechtsanwälte, die mit YouTube-Videos Millionen Menschen erreicht haben und zu festen Institutionen im Fernsehen wurden, Versicherungsmakler, die sich durch ihren Blog als Experten positionieren konnten.

Was ist diesen Unternehmern gemeinsam? Hat Maler Heyse einen anderen Tagesablauf als andere Maler, so dass er mehr zu erzählen hätte? Lebt Christian Solmecke in einem anderen Universum, in dem es als Anwalt viel mehr zu berichten gibt? Übt Ralph Günther einen anderen Beruf aus als seine Branchenkollegen?

Nein, sie denken einfach nur anders. Sie fragen sich, was die Nutzer interessieren könnte, und wählen dann die Inhalte aus, die gleichzeitig ihre Expertenpositionierung stärken können. Und solche Beispiele gibt es in JEDER Branche. 99% sagen, es geht nicht, und 1% macht es einfach…

Mein Tipp zum Abschluss

Vermeiden Sie diese acht Aussagen und Sie sind auf einem guten Weg, sich von der großen Masse der Unternehmen abzuheben. Wie es richtig machen können, erfahren Sie zum Beispiel in meinen Büchern, Seminaren oder auf meiner Facebook-Seite.

 



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Kommentare


Nicole Scholze 19. März 2014 um 7:59

Ein wirklich toller Artikel. Diese Aussagen begegnen uns leider auch immer wieder. Aber viele Unternehmer, Selbständige und Freiberufler sind eben keine Online Marketer und es gilt ihnen ein Verständnis für SEO und Online Marketing zu vermitteln.

Antworten

Philipp Gebhart 19. März 2014 um 8:06

Hi Felix,

schöne Auflistung. Bezogen auf den ein oder anderen Kunden erkennt man doch deutliche Parallelen.

Aktuell wundert sich auch einer meiner Kunden, dass ihm jegliche Zugriffe/Anfragen auf seiner Seite flöten gehen. Adwords wurde aus Kostengründen vor ein paar Monaten eingestellt…

Na ja – morgen gibt es einen Termin zur Reaktivierung des Kontos.

VG Philipp

Antworten

Angela D. Kosa 19. März 2014 um 8:56

Absolut uneingeschränkte Zustimmung zu der Denkweise, die sich durch alle Branchen zieht.

Das liegt aus meiner Sicht aber vorwiegend daran, dass auch die grundlegenen Marketing-„Hausaufgaben“ noch auf ihre Erledigung warten und derlei Fragen nicht geklärt sind:

– Was ist das Problem unserer Zielgruppe
– Wie lösen wir es
– Inwiefern lösen wir es anders als der Wettbewerb

Suchmaschinen-Sichtbarkeit (und die Optimierung daraufhin) ist vor allem eine Frage der klaren Positionierung und die Gabe, wie der Kunde zu denken…. http://bit.ly/OAUja3

Somit haben alle o.g. Punkte ihre Berechtigung. Sie haben zum Teil darüberhinaus noch unterschiedliche Gewichtung.

Antworten

Ray 19. März 2014 um 11:05

Wer genauer hinschaut, stellt allerdings fest, dass hinter den Erfolgszahlen der großen Konzerne große Budgets stecken. Letztens las ich in der W&V, wie ein großer Agrarkonzern dafür gelobt wurde, sich endlich in Facebook begeben zu haben. Das Budget betrug nach eigenen Angaben etwa 100.000 Euro. Nach etwa einem Jahr hatte man etwa 1.000 Fans, mehrmals pro Woche wurde Branchen-News gepostet. Dabei interessieren sich die meisten Fans vor allem für Entertainment, immerhin ist Facebook ein Private Network. Was folgere ich daraus? Online-Marketing ist weder preiswert noch einfach. Und in der Tat ist Keyword-Schaltung heute kaum billiger als Printwerbung. Ich kenne einige Firmen, die „wieder“ Erfolg mit Zeitungseinlagen haben. Wir sollten uns klar machen, dass das Internet für die Wirtschaft vor allem eines bedeutet: ein neues Marketing-Paradigma. Ein neue Branche entsteht, eine alte stirbt. Um den Nutzer des Kunden geht es dabei weniger.

Antworten

Stefan Vorwerk 19. März 2014 um 11:35

Um mal einen anderen Blickwinkel mit einzubringen, welche Ursachen diese Irrtümer haben:

Ich bin Unternehmensberater für KMU mit Themen wie Strategischer Neuausrichtung, Prozessoptimierung, Produktionsoptimierung. Der Fokus dieser Unternehmen besteht also in der Herstellung von Produkten. Selbst dafür gibt es bei vielen keinen strategischen Rahmen, keine Ziele und schon lange keine Vision.

Daraus ergeben sich über kurz oder lang Probleme, meistens kann man mit Wettbewerben preislich oder qualitativ nicht mithalten oder verschläft Innovationen, man treibt dahin.

Was ich damit erklären möchte ist die Tatsache, dass viele Unternehmer weitaus größere Probleme als das Fehlen einer OM-Strategie haben, sich im operativen Geschäft verlieren und ohne Ziele agieren.

Das ist teilweise wirklich bitter zu beobachten, spiegelt aber wieder, dass Methodenkompetenz von außen in die Unternehmen getragen werden muss! (Egal ob in OM-Themen oder „klassischen“ Beratungsthemen)

Damit Letzteres auf Akzeptanz trifft, ist es aus meiner Sicht wichtig ein Verständnis für die Sicht des Unternehmers/der Unternehmen aufzubauen. Eine der ersten Fragen, die an uns gestellt werden ist immer:

Was habe ich davon (€)?

Darüber hinaus herrscht die Angst, dass die Berater „ihren Job machen“, Konzepte hinterlassen und wieder weg sind, sich an der Situation aber nichts verändert hat.

Folglich unterstützt Eure Kunden intensiv bei der Umsetzung und treibt Veränderungen voran. Dieser Impuls kann nur von außen kommen, so meine Erfahrungen.

Antworten

Tobias 19. März 2014 um 13:22

Hey Felix,

ja, so oder so ähnlich hören sich viele Kunden an und ich stimme dir im Grunde auch in allen Punkten zu.

Eine Sache gibt mir aber immer wieder zu denken, nämlich meine Erfahrung, dass viele Unternehmer Angst vor diversen Dingen haben. Und da helfen dann auch keine Argumente. Angst vor dem Medium Internet, Angst vor den nicht kalkulierbaren Kosten (das Gegenteil ist der Fall), Angst vor den vielen Fallstricken (Datenschutz, Abmahnung, etc.), Angst Angst Angst. Auch wenn sie es gerne anders verpacken. Wer gibt das schon gerne zu.

Ich glaube dieser Unternehmer können nur dann erfolgreich gewonnen werden, wenn man ihnen das Gefühl der Angst nimmt und in ihnen Enthusiasmus für die Möglichkeiten entfachen kann.

Ich find es auf jeden Fall immer wieder spannend.

Weiter so und Gruß aus Bielefeld,

Tobias

Antworten

Dr. Cornelia Riechers 19. März 2014 um 18:28

Sehr guter Artikel, vielen Dank, Herr Beilharz! Als Kleinunternehmerin weiß ich selbst, wie viel Arbeit hinter den Online-Aktivitäten steht, selbst wenn man nur wenig macht … Vielleicht wäre es eine Lösung, wenn kleinere Unternehmen sich erst mal einen Teilbereich aussuchen und dort aktiv werden, nicht gleich überall.

Antworten

Stefan Vorwerk 20. März 2014 um 8:37

Absolute Unterstützung Ihrer Aussage von meiner Seite. Wenn man so reflektiert ist und sich auf einen Kanal konzentrieren möchte, dann aber richtig und fokussiert. Erste Erfolge (mehr Aufmerksamkeit, Reichweite, Kontakte, Besucher) motivieren dann hoffentlich am Ball zu bleiben!

Was hält Sie denn bspw. davon ab, dass Sie einen Spezialisten für diesen Teilbereich engagieren?

Antworten

HKB 20. März 2014 um 0:07

Hallo Felix,

genau diese Informationen bekommt man tatsächlich, wenn man viel mit KMU´s zu tun hat. Allerdings würde ich noch einen weiteren Punkt hinzufügen, der bei meinen Kundengesprächen mit am häufigsten genannt wird.

Wir hatten da mal einen, der hat das SEO für uns gemacht. Hat aber nix gebracht und nur Geld gekostet. Hab dann nach zwei Monaten gekündigt.

Unzureichende Beratung ist ein großer Mangel und wir sollten alle daran arbeiten, dass SEO Agenturen sauberer arbeiten und damit beim Kunden das Verständnis für unsere Arbeit größer wird. Das war übrigens einer der Gründe warum ich die afs Akademie gegründet habe, und warum wir ab 2014 ein Agentur Zertifikat heraus gebracht haben. Der KMU und Mittelständler muss sich bei der Auswahl seiner SEO Agentur orientieren können, das Agentur Zertifikat wird hoffentlich dabei helfen.

Grüße
Horst (HKB)

Antworten

Malte 20. März 2014 um 8:15

Hi Felix,
schöner Artikel, den ich so unterstützen kann. Viele dieser Antworten kommen sogar in Kombination vor.

Antworten

Ursula Martens 20. März 2014 um 8:45

Hi Felix,

dieser Artikel bringt auf den Punkt, wie viele Inhaber von kleinen und mittelständischen Unternehmen denken. Mir gefällt die Erklärung von Herrn Vorwerk in den Kommentaren. Er hat Recht. Viele Dienstleister im Online-Marketing denken zu wenig aus der Perspektive ihrer Kunden. Nicht jeder muss sich bei Facebook engagieren. Und nicht jeder braucht AdWords-Anzeigen.

Es hat ja seinen Grund, dass Maler Heyse in vielen Artikeln als Vorbild auftaucht. Es gibt halt keinen Maler Müller oder Bäcker Meier, der die sozialen Netzwerke ebenso virtuos bedient wie Maler Heyse.

Doch müssen Maler Müller oder Bäcker Meier das überhaupt tun? Wir, die ständig online sind, verstehen kaum, wenn Unternehmer die Chancen der sozialen Netzwerke nicht nutzen. Aber andere Berufe sind halt in anderen Netzwerken unterwegs – in Gewerbeverbänden, bei Unternehmer-Stammtischen oder in Vereinen.

Den mit Abstand größten Nachholbedarf sehe ich bei den Webauftritten der Unternehmen. Jeder Unternehmer sollte eine Website haben, die technisch, grafisch und inhaltlich auf aktuellem Stand ist. Wer den Schritt nicht schafft – und das sind sehr viele – für den liegt jedes fortgeschrittene Online-Marketing jenseits des eigenen Universums.

Wer an seinem Wohnort nach Getränkelieferanten, einem TV-Service, nach Öffnungszeiten von Geschäften oder nach Ruhetagen von Restaurants sucht, weiß, was ich meine. Es ist erschreckend, was man da zu sehen und zu lesen bekommt. Entweder es gibt gar keine eigene Website oder eine website, die der Freund vom Nachbarn des Arbeitskollegen in seiner Freizeit billig gebastelt hat.

Dabei gibt es eine professionelle Website für verhältnismäßig wenig Geld. Regional agierende Unternehmen haben selbst mit einfachen Webseiten gute Chancen, bei Google gefunden zu werden. Durch die regionale Suche. Und: So viel Service sollte sein. Das Verständnis dafür vermisse ich am meisten beim Online-Marketing von kleinen und mittleren Unternehmen.

Antworten

Holger Gassenschmidt 21. März 2014 um 15:18

Hallo Frau Martens,

Sie bringen es auf den Punkt. Online Marketing beginnt zunächst mal mit der eigenen Website. Und es ist schade was man da leider viel zu häufig zu sehen bekommt. Dabei geht es nicht nur um das 10 Jahre alte Design sondern vielmehr noch um die Inhalte.

Während die Spezialisten von Dingen wie Mobile oder Content Marketing, Social Media, Customer-Journey-Analyse, Multichannel-Tracking im Online-Marketing reden, sind kleine und mittelständische Unternehmen teilweise noch nicht mal richtig im Web angekommen. Die eigene Website wird, wenn überhaupt, lediglich als digitale Visitenkarte angesehen, die man halt heutzutage hat.

Die Möglichkeit durch Online Marketing auch lokal oder regional auf sich und die eigenen Leistungen aufmerksam zu machen und online zu werben wird nur in geringem Maße wahrgenommen.

Bevor ich mit kleinen Unternehmen über Social Media, Adwords oder Linkbuilding rede muss ich zunächst den Fokus auf die Optimierung der Firmenwebsite setzen. Dort ist meist mit geringen Mitteln schon viel erreichbar. Nur wenn der Unternehmer die daraus resultierenden Vorteile erkennt kann dann auch ein Interesse auch an weiteren Schritten geweckt werden.

Antworten

Matthias Bastian 28. April 2014 um 8:00

Super, danke für den Artikel – ich kann jede dieser Aussagen zu 100% unterschreiben. Ich arbeite beim eBusiness-Lotsen Darmstadt-Dieburg – wir sind ein vom BMWi finanziertes Infobüro zu diesen Themen speziell für KMU. Da wir neutral informieren, können wir mit den Damen und Herren auch ganz offen über Dienstleister sprechen – und hören dabei wilde Geschichten. Dabei sind das Problem weniger die Dienstleister an sich, sondern eher die Auswahlkriterien…siehe Punkt 7.

Fast immer fehlen aber die Grundlagen, um erfolgreiches Online-Marketing (oder Online-PR, Online-Kommunikation, wurst, wie man es nennen will…) zu betreiben. Die Leute gehen in’s Internet und haben sich nicht einmal überlegt, WEM sie WAS zu erzählen haben – mit welchem ZIEL. Die Mentalität ist „wir machen mal ne Webseite, möglichst billig“ und da draußen findet man leider sehr sehr viele Menschen, die genau damit leicht ihr Geld verdienen. Wir haben übrigens versucht, diese wesentlichen Fragen, die uns in Infogesprächen und auf Veranstaltungen immer wieder begegnen, in einem Leitfaden zu packen, den gibt’s kostenlos und ohne Anmeldung hier:

http://ebusiness-info.de/blog/online-kommunikation-f%C3%BCr-kmu-die-richtige-strategie

Antworten

Carsten Blauth 7. Mai 2014 um 8:47

Hallo Felix, der Artikel trifft genau den Nerv. Du sprichst auch zu Recht das Know-How-Gefälle an, das zwischen Profis/der „Szene“/den Early-Adoptern etc. und dem „Feld-Wald-und-Wiesen-KMU“ (meistens eine 1-Man/Woman-Show) herrscht. Hier herrscht ein akuter Nachholbedarf, was den Wissenstransfer angeht. Hat ein KMU keinen „Plan“ (im wörtlichen Sinne), ist es auf (mehr oder minder) seriöse/kompetente Dienstleister angewiesen.

Ich bin (wie Matthias Bastian) ebenfalls als (anbieterneutraler) eBusiness-Lotse unterwegs, in der Region Pfalz bzw. Kaiserslautern. Ein festes Format des Lotsen ist ein Webcheck, eine umfassende Analyse der KMU-Webseite mit Hinweisen auf Optimierungspotenzial.

Im persönlichen Gespräch mit den KMU lautet meine erste Frage: „Mit was beschäftigt sich ihr Unternehmen?“ Darauf folgt eine spontane Aussage, 1-2 Sätze, oft emotional gefärbt und meistens sehr ehrlich. Genau das ist dann oft der wahre Kern des Unternehmens – und in den allermeisten Fällen findet sich genau das NICHT auf der Webseite wieder! Die Gründe hierfür wurden schon genannt – den KMU fehlt oft die Zeit, Ressourcen, die Grundlagen, eine Vision, Strategien und Ziele im Hinblick auf den digitalen Kanal.

Das nötige Know-How, das nötige Gefühl für die wichtigen Dinge, eine Online-Strategie – das bekommen sie in der Regel NICHT von ihrem Dienstleister vermittelt…

Antworten

Youssef Boutzakht 2. Juni 2016 um 19:39

Sehr gut auf Punkt gebracht Herr Beilharz!
Für mich das Highlight dieses Artikels ist Punkt 7 und
genau hier sehe ich persönlich einen der Mega Punkte,
weshalb deutsche KMU ’s einfach nicht in die Gänge kommen…

Problem dabei ist: …bis sie wach werden, könnte der Markt amerikanischen Startups gehören, die sich mit Leichtigkeit und coolness zu Riesen Konzernen entwickeln…Amazon, um mal ein Beispiel zu nennen..

Antworten

Online Marketing: Von Geld, Zeit und Erfolg – Magazin INFOBÜRO 9. Januar 2017 um 13:45

[…] Felix Beilharz „8 Denkweisen, mit denen deutsche KMU ihren Online-Marketing-Erfolg sabotieren“ FelixBeilharz – 8 Denkweisen […]

Antworten

Nico Vogt 2. September 2017 um 10:58

Da muss ich dir zu 100% recht geben, ich stosse immer wieder auf die selben Aussagen! Witzig ist auch immer die Vermischung von Marketing und IT, einfach weil es im Internet ist! Danke für den tollen Artikel!

Antworten

Günter Heini 11. April 2018 um 9:57

Ein sehr guter Artikel, der meine Erfahrungen in Gesprächen mit mittelständischen Unternehmen bestätigt. Als Dipl. Ing. Maschinenbau war ich selbst rund 20 Jahre im internationalen Vertrieb und Marketing. Ich weiß, dass selbst marktführende Mittelständler sich oft genug mit Online-Marketing schwer tun.

Die hier genannten Argumente und Vorurteile kommen mir sehr bekannt vor.

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