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Pinterest – wie groß ist der Hype wirklich?

Wer sich momentan mit dem Thema Social Media Marketing beschäftigt, kommt an Pinterest nicht vorbei. Aber nicht etwa, weil es im Marketing so eine enorme Bedeutung hätte, sondern weil es an allen Ecken und Enden, auf allen Blogs und in allen Social Networks in den Himmel gelobt wird. Doch welches Potenzial steckt im Pinterest wirklich? Welche Unternehmen können davon profitieren? Und lohnt es sich (jetzt schon), auf den Zug aufzuspringen?

Um diese Fragen beantworten zu können, lohnt es sich, mal einen Blick auf die aktuellen Zahlen in Deutschland und vor allem auf einen Vergleich mit anderen Social Networks zu werfen. Dass Pinterest in den USA momentan das große Ding ist, sei unbenommen. In Deutschland sieht die Wirklichkeit jedoch etwas anders aus.

Was ist Pinterest überhaupt?

Wenn man meinen Umfragen in Vorträgen und Seminaren eine Repräsentativität unterstellen will, ist die Frage, was Pinterest überhaupt ist, durchaus gerechtfertigt (kaum jemand unter den Teilnehmern/Zuhöhrern scheint die Plattform zu kennen). Bei Pinterest.com handelt es sich um eine Art digitaler Pinnwand. Ähnlich wie bei Facebook können Bilder geteilt („pin“) werden. Durch Sharen („repin“) und Folgen entstehen die klassischen Social Network-Funktionen. Der Fokus liegt eben auf Bildern. Bedeutung bekommt Pinterest vor allem auch durch die Offenheit für andere Netzwerke. So kann man sich mit seinen Facebook-Zugangsdaten anmelden und gepinnte Bilder direkt auf Facebook veröffentlichen.

Zugriffszahlen von Pinterest

Vergleicht man die Zugriffszahlen (laut Alexa) von Pinterest mal mit denen der anderen großen Social Networks, ergibt sich ein recht eindeutiges Bild:

Pinterest weist laut Alexa nur einen Bruchteil der Zugriffszahlen der anderen Social Networks auf. In einigen anderen Staaten Europas hat Pinterest es schon in die Top30 der meistbesuchten Websites geschafft (z.B. Italien, Spanien, Großbritannien), in Deutschland steht die Plattform derzeit noch auf Platz 60. Zum Vergleich: Facebook 2, YouTube 4, XING 12, Twitter 17, Gutefrage.net 22, WordPress.com 24.

Google-Suchen

Analysiert man mal die deutschen Google-Suchen nach „Pinterest“, ein Indikator für die Beliebtheit von Websites, zeichnet sich ein vermeintlich eindeutiges Bild:

Dieses Bild sieht im Vergleich mit den anderen großen Social Networks jedoch schon wieder ganz anders aus (rot = Facebook, grün = YouTube, gelb = Twitter, blau = Pinterest):

Im Vergleich zu Facebook und YouTube suchen Nutzer (erwartungsgemäß) so gut wie nicht nach Pinterest. Ähnlich düster sieht es offenbar bei Twitter aus.

Sichtbarkeit im Suchindex

Auch ein Vergleich bezüglich der Sichtbarkeit in den Suchergebnissen stellt sich als relativ ernüchternd heraus. Im Vergleich zu den genannten Social Networks kann Pinterest nicht mal ansatzweise mithalten, wie der XOVI-Sichtbarkeitsindex zeigt:

Auch SISTRIX zeigt eine klare Unterlegenheit:

  • Facebook: 726,09
  • Twitter: 304,74
  • YouTube: 882,80
  • FlickR: 20,81
  • Pinterest: 2,90

Bei all diesen Werten ist natürlich zu beachten: Pinterest ist noch relativ neu und die bisherigen Wachstumsraten sind beachtlich. So groß, wie der Hype in den Online-Marketing-Medien häufig dargestellt wird, ist er aber noch nicht. Es ist auch fraglich, ob Pinterest überhaupt jemals in der Liga der Großen mitspielen wird. Ein mögliches Szenario könnte ein Kauf durch eines der großen Netzwerke (Facebook?) sein. Genauso gut kann Pinterest aber auch den Weg der MySpaces und SecondLifes gehen, für die sich heute nicht mehr viele interessieren.

Fazit

Marketer sollten Pinterest auf jeden Fall im Auge behalten. Ein Zwang, sich jetzt schon in dem Netzwerk zu positionieren und Ressourcen auf den Aufbau einer Unternehmenspräsenz zu investieren, besteht jedoch keinesfalls. Pinterest kann sich in einigen Branchen jetzt schon lohnen, der Großteil der Unternehmen kann sich jedoch noch Zeit lassen. In der Regel sind sie mit einem aktiveren Engagement in XING, Facebook oder YouTube besser bedient.

 



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Kommentare


Sarah 10. Mai 2012 um 10:42

Hallo Felix,

ein sehr informativer und gelungener Bericht über Pinterest. Ich bin auch der Meinung, dass es bisweilen eine nette Spielerei ist, aber noch lange nicht wichtig genug, um vor allem für Unternehmenszwecke herzuhalten. Aber mal schauen, was die Zukunft so bringt. Vielleicht sieht es ja in einigen Jahren wieder ganz anders aus 😉

Viele Grüße
Sarah

Antworten

Auswertung der SEO-Verlosung – Facts & Learnings 21. September 2012 um 11:23

[…] Von den eingegangenen sozialen Signalen her war die Aktion ein voller Erfolg. Insgesamt gingen deutlich über 500 Social Signals ein. Facebook und Twitter erwartungsgemäß nahezu gleichauf und führend. Was mich doch überrascht hat, ist die Stärke von Pinterest. Es gingen mehr Pins als +1 ein, damit hätte ich nicht gerechnet. Vielleicht tue ich Pinterest doch Unrecht… […]

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