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QR-Codes für Unternehmen – Interview mit Autor Henri Apell

Fast jeder hat sie mittlerweile schon einmal irgendwo gesehen: kleine, schwarz-weiße Pixelbildchen, die auf Plakaten, Verpackungen und in Zeitschriften lauern. Was es damit auf sich hat und vor allem, wie Unternehmen sie für das Marketing einsetzen können, wollte ich von Henri Apell wissen. Mit Henri verbindet mich eine langjährige Bekanntschaft, die online begann und seit einem Jahr auch offline vertieft wurde. Henri ist ausgewiesener Experte für Social Media- und Online-Marketing und hat zuletzt ein kindle-Ebook zum Thema QR-Codes geschrieben. Grund genug, ihn zu diesem Thema zu befragen.

1. Henri, stell dich doch kurz vor, damit alle wissen, mit wem sie es zu tun haben.

Mein Name ist Henri Apell, ich berate Trainer und Coaches im Bereich Onlinemarketing und Social Media.

Ferner blogge ich unter coach-im-netz und schreibe Fachartikel. Im Februar veröffentlichte ich mein erstes Kindle-E-Book Dienstleister 2.0, das sehr gut aufgenommen wurde. Nun habe ich mein 2. veröffentlicht.

2. Du hast ein Ebook über QR Codes geschrieben. Wie kam es dazu?

Ich selbst bin über diese Quadrätchen irgendwann gestolpert und wusste zunächst nicht, was es damit auf sich hatte. Ein Freund erklärte es mir dann und demonstrierte mir die Vorgehensweise an seinem Smartphone. Dann wurde ich neugierig und habe ein wenig im Internet nachgeforscht. Spannend war, dass es eigentlich aus der Automobilbranche stammt und seinen Siegeszug mit dem Smartphone und dem Tablet angetreten hat. Auch habe ich selbst immer wieder welche ausgetestet und gemerkt, dass es mit dem Anbringen solcher Codes am Schaufenster oder auf dem Flyer alleine nicht getan ist. Dadurch ist dann mein E-Book über QR-Codes entstanden.

3. Werden QR Codes von den Verbrauchern überhaupt genutzt?

Das ist ganz unterschiedlich: Auf Visitenkarten bei Konferenzen mit technikaffinen Menschen finde ich die häufig. Auch bei Banken in den Schaufenstern als zusätzliche Infoquelle z.B. für Anlagemöglichkeiten. Ich bilde mir ein, es gibt sie immer häufiger. Natürlich fallen sie mir mehr auf, weil ich mich damit beschäftige. Auch in öffentlichen Verkehrsmitteln finde ich sie überall und auch auf den immer noch zu findenden Bonusheftchen von Geschäften und Einkaufsgemeinschaften. Insofern werden sie schon genutzt.
Komisch ist, dass viele QR-Codes kennen, doch wenige sie auch scannen. Da ist eine Diskrepanz und die mag daran liegen, dass Unternehmen zu wenige Anreize dafür bieten.

4. Für welche Unternehmen und für welche Einsatzgebiete eignen sich QR-Codes?

Für den stationären Handel mit „erklärungsbedürftigen“ Waren ergeben sich ganz neue Möglichkeiten. So kann z.B. zu einem Produkt ein QR-Code sein, der dann kurz die Vorgehensweise oder die Vorteile beschreibt. Alle Unternehmen, die physische Produkte oder Waren anbieten, deren Vorteile online gut zu erklären sind oder die mit einer Aktion dem Kunden „schmackhafter“ gemacht werden kann. Der QR-Code-Haken muss dem Fisch schmecken, und wenn der Fisch einen Promocode, ein Goodie oder irgendetwas Extra über den Code haben will, warum denn nicht?

Ein Trainingsinstitut oder ein anderer Dienstleister kann darüber Bilder über sich, seine Training oder seine Dienstleitungen sehr gut vermitteln. Bilder lassen sich in Smartphones super anschauen.

5. Kannst du 2-3 Erfolgsbeispiele zum Einsatz von QR-Codes geben?

Die „Isarrunde“ hat eine interessante „Order-and-Pay-App“ vorgestellt. Da kann ich in einem Restaurant oder in einer Bar mit einem QR-Code auf der Speise- und Getränkekarte direkt bestellen und dann auch bezahlen. Gerade wenn es sehr voll ist in einem Lokal und man ewig auf die Rechnung warten muss, würde ich so etwas sehr begrüßen.

Paypal hat jetzt übrigens auch die Möglichkeit des „QR-Shoppings“ entdeckt.

Der Verkaufstrainer Martin Limbeck hat sein Buch „Nicht gekauft hat er schon“ komplett überarbeitet und mit QR-Codes zu Beispielvideos ausgestattet. Ich halte das für eine gelungene Art, seine schriftlichen Äußerungen weiter zu untermauern. Das ist für den Leser ein zusätzlicher und nachhaltiger Lerneffekt: www.nicht-gekauft-hat-er-schon.de

Außerdem schadet das sicherlich nicht bei der Entscheidung, ob man ein Seminar bei ihm buchen sollte. Zur Nachahmung bei Trainern, die ein Buch schreiben wollen, sehr zu empfehlen.

Auch die Kekse mit QR-Codes drauf finde ich eine überraschende Möglichkeit bei Messen oder Seminaren. Ich habe das einmal ausprobiert und ein Blogpost dazu geschrieben.

6. Wie siehst du die weitere Entwicklung von QR-Codes? Ist das ein Modell mit Zukunft?

Ja, unbedingt. Ich sehe diese Quadrate auch immer häufiger und es ist halt sehr einfach. Außerdem sind sie auch bekannt.Es gibt viele Apps zur Auswahl und genauso viele QR-Code-Generatoren stehen online zur Verfügung. Wer es etwas schicker mit Bild oder Logo haben möchte, kann dies günstig herstellen lassen. Als Bildformat sind sie schnell überall eingefügt.

7. Wie lassen sich QR-Codes mit anderen Marketing-Instrumenten verknüpfen?

Bei Flyern und Plakaten sehe ich da schon große Möglichkeiten. Es sollte halt schon etwas Besonderes sein und nicht einfach irgendeine Domain als Ziel. Ein cooles Video, die Facebookseite des Unternehmens oder einen Aktionscode.

Wer ein Blog betreibt, kann ja mal einen QR-Code „verstecken“ und die Leser müssen ihn finden, scannen und das Lösungswort mitteilen. Ist eine gute Möglichkeit, die Verweildauer ein wenig zu steigern ;).

Überall, wo man Zeit hat und eh mit dem Smartphone rumspielt, kann man auch gerne einen QR-Code zur Verfügung stellen. Wenn es dann dort noch freies WLan gäbe, wäre es perfekt.

Auch eine mehrteilige Kampagne, z.B. das Finden eines Lösungswortes oder –satzes wäre mittels QR-Code möglich, z.B. bei Zeitungen, Zeitschriften oder ähnliches.

8. Welche drei konkreten Tipps kannst du Unternehmen mit auf den Weg geben, die über den Einsatz von QR-Codes nachdenken?

  • Bietet echten Mehrwert auf der „anderen Seite“ des QR-Codes. Sagt es auch, was mich dort erwartet, also ein Coupon, ein Promocode, Infos …
  • Haltet den Ball flach: Der User hat meist ein Smartphone, selten ein Tablett; das Ziel des QR-Codes muss daraufhin reduziert und optimiert werden.
  • Sparsam einsetzen: Auf einer Werbefläche nur einen QR-Code.

Super, vielen Dank, Henri!

Henris Ebook „QR Codes sinnvoll einsetzen“ ist für 0,99€ bei Amazon erhältlich und freut sich natürlich über Käufer.

Noch 3 Tipps zum Schluss

Da ich QR Codes auch für eine interessante Marketing-Chance halte, hier noch drei Tipps für alle die, die QR-Codes einmal ausprobieren möchten.

  1. QR Codes können recht individuell gestaltet werden. Bis zu 30% des Bildes können verändert werden und trotzdem funktioniert der Code noch. Dabei sollte man jedoch aufpassen und vor allem ausgiebig testen. Je mehr das Bild verändert wird, desto schwieriger wird es für die Endgeräte, die Codes noch zu erkennen. Gut möglich ist zum Beispiel, ein Logo in die Mitte des QR Codes zu setzen oder eine andere Farbe zu wählen.Ein kostenloses Online-Tool ist zum Beispiel QR Code Monkey.
  2. Mit www.socialqrcode.com lassen sich QR Codes generieren, die beim Scannen sofort zum Like-Button einer Facebook-Seite, zum Follow-Button eines Twitter-Accounts oder zu anderen Social Media-Inhalten führen.
  3. Bit.ly ist als URL-Verkürzer relativ bekannt. Was kaum jemand weiß: Bit.ly erstellt auch QR Codes für jeden Link. Einfach an den bit.ly-Link „.qrcode“ anhängen, schon bekommt man den Code angezeigt, der nun grafisch weiterbearbeitet werden kann. Jede Nutzung dieses QR-Codes wird in den Statistiken des Links angezeigt. So lässt sich zum Beispiel sehr gut tracken, welche QR-Codes in welchen Marketing-Kanälen genutzt wurden.

 



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Kommentare


Mein neues Kindle-Ebook über QR-Codes » QR-Codes, Scanner, Buch, Blog, Facebook-Seite, Tipps » Coach-im-Netz 2. Mai 2013 um 8:54

[…] Dazu hat mich Felix Beilharz um ein Interview gebeten. Sie können es auf seinem Blog nachlesen. […]

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