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Social Media Horror (nicht nur) im Kino – Die 7 häufigsten Social Media Gefahren und wie Sie sie vermeiden

Unknown Identity im Kino

Unknown User im Kino

Am 16.07. kommt mit „Unknown User“ der erste Social Media Horrorfilm in die Kinos. Die spannende Story dreht sich um unheimliche und letztendliche tödliche Geschehnisse rund um eine durch Cyber-Mobbing in den Selbstmord getriebene Schülerin. Im wahren Leben dürften Geister im Social Web zwar seltener vorkommen – gefährlich kann die Nutzung von Facebook und Co. aber trotzdem sein. Welche Fallen in den Social Networks lauern und wie Sie sie sicher umschiffen, erklärt dieser Beitrag.

1. Horror-Stufe sehr hoch: Passwortklau

Eine der größten Gefahren im Social Web liegt in der Nutzung eines unsicheren Passworts. Gerade Namen und Worte, die im Lexikon stehen, lassen sich mit entsprechender Software sehr leicht knacken. Schon steht der komplette Account sperrangelweit offen.

Damit das nicht passiert, sollten Sie ein bombensicheres Passwort verwenden. Das sollte mindestens acht Zeichen lang sein, Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen sowie Sonderzeichen und keine bekannten Wörter enthalten. Doch wie kann man sich ein solches Zeichenungetüm merken.

Den besten Trick dazu habe ich in diesem Video erklärt:

Wie man bombensichere und trotzdem leicht zu merkende Passwörter erstellt – für jeden Kanal extra!Ich war gerade am Rhein spazieren und hab euch mitgenommen :).In diesem kurzen Video zeige ich euch meine Methode, wie ich mir komplizierte Passwörter erstelle, die 1) supersicher, 2) leicht zu merken und 3) für jeden Social Media Kanal einzigartig sind. Wenn euch die Methode gefällt, teilt das Video gerne weiter. Wenn ihr andere Methoden habt, schreibt sie in die Kommentare.

Posted by Felix Beilharz on Donnerstag, 11. Juni 2015

In Kurzfassung: Denken Sie sich einen Satz aus, den Sie sich gut merken können. Zum Beispiel:

 

Meine Hausnummer ist 25, ich wohne in der 3. Etage!

Dann bilden Sie aus den Anfangsbuchstaben das Passwort. Aus obigem Satz wird dann

 

MHi25,iwid3.E!

Ein solches Passwort ist sehr sicher, lässt sich aber trotzdem gut merken. Um es für jedes Netzwerk zu individualisieren, können Sie noch einen Hinweis aufs Netzwerk hinzufügen, zum Beispiel für Facebook ein „F“ vor und ein „B“ nach das Passwort. Oder „FB“ irgendwo im Passwort einbauen. Für Twitter dann „TW“, für YouTube „YT“ etc.

 2. Horror-Stufe hoch: Fake-Profile

In letzter Zeit häufen sich wieder die Freundschaftsanfragen von Fake-Accounts bei Facebook. Das kommt dem Motiv des Films „Unknown User“ schon relativ nahe. Ein vermeintlich Bekannter fragt Sie als Facebook-Freund an. Wenn Sie diese Anfrage annehmen, erhalten Sie umgehend eine private Nachricht, in der Sie unter irgendeinem Vorwand (z.B. „Ich habe mein Handy verloren, kannst du mir deine Nummer bitte nochmal schicken?“) nach Ihrer Handynummer gefragt werden. Wenn Sie diese dann rausgeben, erhalten Sie meist SMS oder WhatsApp-Nachrichten mit Links zu Abo-Fallen.

Wie Sie diese Anfragen erkennen und am besten darauf reagieren, habe ich hier zusammengefasst:

❌❗❌ Achtung, bei Facebook gehen die Betrüger um! Ich habe in den letzten Tagen einige Freundschaftsanfragen von Leuten…

Posted by Felix Beilharz on Mittwoch, 8. Juli 2015

3. Horror-Stufe mittel: Fake-Gewinnspiele

Nicht dramatisch, aber ärgerlich sind die diversen Fake-Gewinnspiele auf Facebook. Meist wird man dazu angehalten, einen Beitrag zu liken, zu teilen und zu kommentieren und gleichzeitig noch Fan der Seite zu werden. Zu gewinnen gibt es dabei in der Regel attraktive Preise wie Smartphones, Tablets oder sogar Autos.

Das Problem ist: Solche Gewinnspiele sind nicht echt. Es geht meist nur darum, Fans zu generieren, die dann mit Links zu Gewinnspielseiten oder sogar Abzock-Fallen zugespamt werden.

Mein Blogbeitrag zu den nervigen Facebook-Plagen war gestern laut 10000 Fliess der viert-viralste Beitrag in Deutschland (nach Der Postillon, mimikama und netzpolitik.org).Freut mich extremst!

Posted by Felix Beilharz on Dienstag, 23. Juni 2015

Woran man solche Fake-Gewinnspiele erkennt, habe ich in diesem Beitrag beschrieben. Generell gilt: Facebook verbietet Gewinnspiele, die zum Teilen des Beitrags oder zum Markieren von Personen auffordern (Liken und Kommentieren sind dagegen erlaubt). Große Marken halten sich in der Regel an diese Vorgabe, so dass man bei dieser Art Gewinnspiel automatisch vorsichtig sein sollte. Auch angeblich offizielle Fanseiten, die nicht den blauen Haken für offizielle Seiten tragen, sollten misstrauisch machen.

4. Horror-Stufe sehr hoch: WhatsApp-Betrug

Neben Facebook ist auch WhatsApp mittlerweile ein beliebtes Ziel für Betrüger geworden. Kein Wunder, bei 700 Millionen Nutzern dürfte sich der eine oder andere Euro mit illegalen Methoden verdienen lassen.

Besonders beliebt sind Links zu Abofallen via Chat-Nachricht. Entweder kommt die Nachricht von einem angeblichen Freund oder aber einer attraktiven Frau bzw. einem ansehnlichen Mann, der/die angeblich an einem Kennenlernen interessiert ist. Bei unbekannten Absendern gilt: Niemals auf Links klicken, Nachrichten am besten sofort löschen und Absender blockieren.

Häufig kommt die Nachricht auch angeblich von WhatsApp direkt und fordert zum Update der App oder zur Überprüfung der Daten auf. Wichtig zu wissen: WhatsApp verschickt niemals Nachrichten an Nutzer, sondern höchstens Push-Nachrichten oder Benachrichtigungen via App-Store.

Seien Sie also stets misstrauisch, wenn Sie den Absender einer Chat-Nachricht nicht eindeutig identifizieren können.

5. Horror-Stufe hoch: Zu viel Öffentlichkeit

Facebook und Co. dienen dazu, sich mit anderen zu vernetzen, Erlebnisse und Gedanken auszutauschen, sich darzustellen und am Leben der anderen teilhaben zu können. Trotzdem ist nicht alles für jeden und schon gar nicht für die breite Öffentlichkeit bestimmt.

Machen Sie sich deshalb vor dem Posten, egal in welchem Social Network, Gedanken darüber, wer diese Nachricht, dieses Bild, diesen Kommentar oder dieses Video sehen soll. Muss der Beitrag wirklich öffentlich im Netz stehen? Oder ist er eher für Freunde oder sogar nur für engere Freunde gedacht?

Bei Facebook lassen sich diese Privatsphäre-Einstellungen leicht vornehmen. Neben allgemeinen Einstellungen in Ihrem Profil können Sie bei jedem einzelnen Beitrag auswählen, wer ihn sehen können soll. So lässt sich zum Beispiel der Post, in dem Sie sich für die vielen Geburtstagswünsche bedanken, auf „öffentlich“ stellen, so dass ihn jeder im Netz sehen kann. Der nächste Beitrag mit den Bildern der Party könnte dann aber nur an Freunde ausgespielt werden. Und bei den ganz wilden Bildern könnten Sie aus der Zielgruppe noch einzelne Personen wie Chef, Erbtante oder Schwiegermutter gezielt ausschließen.

Die meisten Social Networks bieten mittlerweile Möglichkeiten, die Zielgruppen einzustellen. Machen Sie ruhig regen Gebrauch davon.

6. Horror-Stufe sehr hoch: Abmahnungen & Klagen

Neben betrügerischen Aktivitäten lauern noch ganz andere Gefahren im Social Web, gegen die man selbst mit anwaltlicher Unterstützung nicht ankommt – weil sie von Anwälten selbst ausgeht. Ich spreche natürlich von Abmahnungen oder Klagen, zum Beispiel wegen Verstoß gegen Urheberrechte. Hier können ganz schnell teure Fallen entstehen.

Egal wie gut Ihnen ein Bild oder ein Video gefällt: kommen Sie nicht auf die Idee, es runterzuladen und auf Facebook zu teilen (gilt natürlich auch für andere Social Networks). Prinzipiell dürfen Sie nichts verwenden, was ein anderer erstellt hat, ohne vorher dessen Einverständnis einzuholen.

Das gilt im Übrigen auch für private Profile. Wenn Sie also via Google Bildersuche auf ein tolles Bild stoßen und damit Ihr Facebook-Profil schmücken (zum Beispiel als Headergrafik oder Profilbild), können Sie schonmal mit einem anwaltlichen Schreiben rechnen. Je nach Fall werden da schnell mehrere Hundert Euro fällig, teilweise auch mehr.

Was dürfen Sie also und was nicht? Hier einige wichtige Facts in Kürze:

  • Fremdes Bild abspeichern und bei Facebook hochladen? No go!
  • Fremdes Video bei YouTube hochladen? No go!
  • Bilder, die nicht von Ihnen stammen, bei Instagram hochladen? No go!
  • Fremde Bilder zur Gestaltung des eigenen Social Network-Profils nutzen? No go!
  • YouTube-Videos bei Facebook sharen? OK!
  • Beiträge anderer Facebook-Nutzer oder –Seiten liken oder teilen? OK!
  • Beiträge bei Instagram teilen oder liken? OK!
  • YouTube-Videos in Blog einbetten? OK!

Prinzipiell gilt also: Wenn Sie einen Beitrag nur sharen oder ein Video einbetten, so dass der eigentliche Beitrag beim Urheber verbleibt, sollten keine Probleme entstehen. Sobald Sie einen Inhalt selbst hochladen, sieht die Sache schon anders aus.

Im Zweifel lesen Sie aber immer nochmal die genauen Regeln nach oder, besser, fragen Sie einen spezialisierten Anwalt? Zu empfehlen sind z.B. RA Christian Solmecke, RA Niklas Plutte, RA Martin Schirmbacher und RA Thomas Schwenke.

7. Horror-Stufe sehr hoch: Viren, Abzocke etc. per Direktnachricht

Oben habe ich bereits auf die Gefahr durch gefakte Freundes-Accounts bei Facebook hingewiesen. Das ist aber noch nicht alles: Ähnlich wie bei E-Mail-Spam gibt es auch im Social Web eine rege Spamflut in Facebook-Nachrichten, teilweise auch in anderen Netzwerken. Und genau wie bei E-Mails liegen die Ziele der Spammer in der Verbreitung von Viren oder anderer Schadsoftware oder einfach im Generieren von Kontakten, aus denen dann Geld gepresst oder ergaunert wird.

Spam per Facebook-Nachricht

Spam per Facebook-Nachricht

Diese Nachricht könnte genauso auch per e-Mail gekommen sein. Spammer gehen eben mit der Zeit:

Spam per Facebook

Spam per Facebook

Glücklicherweise filtert Facebook viele dieser Mails bereits automatisch heraus. Dummerweise manchmal auch Mails, die man eigentlich gern bekommen hätte. Denn Facebook hat sowohl einen sekundären Posteingang als auch sogar einen Spam-Ordner. Beides ist zwar hilfreich, sollte aber gelegentlich mal durchsucht werden, ob da nicht was hängen geblieben ist, was eigentlich wichtig gewesen wäre.

Wusstest du, dass dein Facebook-Posteingang einen Spam-Ordner hat? Und dort vielleicht „echte“ Nachrichten liegen, die du nie gesehen hast? Mit 4 Klicks prüfst du, was du verpasst hast! #facebooktipp

Posted by Felix Beilharz on Freitag, 12. Juni 2015

Interessant: Was passiert eigentlich bei Facebook nach meinem Tod?

In „Unknown User“ spukt der Geist der toten Schülerin in den sozialen Kontakten der ehemaligen Freunden herum, was zu einer extrem spannenden Handlung mit unangenehmem Ausgang führt. Und auch im echten Leben gab es lange Zeit das Problem, dass Facebook-Accounts von Verstorbenen teilweise scheinbar herumspukten. Denn wenn der Account längere Zeit inaktiv war, hat Facebook manchmal Nutzer dazu aufgefordert, doch mal wieder Kontakt mit dem inaktiven Freund aufzunehmen – was im Falle des vorherigen Ablebens doch relativ gruselig war. Später wurden Accounts verstorbener einfach eingefroren.

Facebook hat mittlerweile nachgebessert. Nutzer in den USA (und bald auch im Rest der Welt) können einen „Nachlassverwalter“ für den Account angeben (Quelle). Dieser erhält dann nach dem Tod Zugriff auf Teile des Accounts. Der Account wird automatisch in einen „Remebering“-Account umgewandelt. Der neue Admin des Accounts kann dann zum Beispiel Bilder und Statusmeldungen posten, die an den Verstorbenen erinnern sollen. Private Nachrichten können jedoch nicht eingesehen werden.

Erinnerungs-Account einer verstorbenen Facebook-Nutzerin (Quelle: newsroom.fb.com)

Erinnerungs-Account einer verstorbenen Facebook-Nutzerin (Quelle: newsroom.fb.com)



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Kommentare


Die 7 häufigsten Social Media Risiken und wie man sie umschifft – contentmanager 14. Juli 2015 um 16:41

[…] Leben lauern online zahlreiche Gefahren. Unser Social Media Experte Felix Beilharz klärt unter https://felixbeilharz.de/social-media-horror/ über die größten Risiken auf – und wie man sie […]

Antworten

Der SEO-Blog-Wochenrückblick KW 29 | SEO-Trainee.de 17. Juli 2015 um 12:36

[…] Beilharz nimmt den neu erscheinenden Social-Media-Horrorfilm „Unknown user“ zum Anlass, die sieben häufigsten Gefahren im Social Media aufzudecken. Diese sortiert er in verschiedene Horror-Stufen ein und gibt dazu Tipps, wie ihr die […]

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