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Twitter wird 10 – Die bewegte Geschichte und Zukunft

Twitter ist eines der interessantesten, bekanntesten und meistgenutzten Social Networks der Welt – und könnte trotzdem bald sterben. Einige interessante Fakten über die bewegte 10-jährige Geschichte von Twitter lesen Sie in diesem Jubiläumsbeitrag.

Erfinder des Hashtags

Im Prinzip haben wir Twitter den heute überall sichtbaren Hashtag zu verdanken. Zwar gab es Hashtags auch schon in Vor-Internet-Zeiten (wie wir es heute kennen) im Rahmen der IRC-Chats, aber flächendeckend bekannt gemacht und im Social Web verankert hat definitiv Twitter die Hashtags, sowohl als Symbol als auch als Kategorie- und Sortierfunktion. Nach und nach zogen andere Netzwerke nach, heute haben wir Hashtags auch bei Facebook, Instagram, Tumblr und einigen anderen Diensten.

Twitter als wichtigstes Tool zur Politkommunikation

Wie mächtig Twitter in der Politik sein kann, zeigte sich bei der ersten Wahl Barack Obamas zum Us-Präsidenten. Obama nutzte Twitter im Rahmen seines Wahlkampfes als erster Politiker wirklich professionell und konnte damit einige Millionen Follower um sich scharen. In Fachkreisen gilt das Social Media Engagement des Wahlkampfteams als entscheidender Bestandteil auf dem Weg zum Wahlsieg. Und auch bei seinem zweiten Wahlsieg spielte Twitter eine wichtige Rolle, was zum Beispiel der bis dahin im meistgeretweeteten Tweet aller Zeiten zeigt.

Auch hierzulande twittern Politiker mittlerweile fleißig mit – mal mehr und mal weniger gut. Manch eine(r) soll sogar schon auf der Maus ausgerutscht sein und so aus Versehen Tweets verschickt haben.

Twitter bei Ereignissen

Twitter begleitet uns als Echtzeit-Medium vor allem bei wichtigen Ereignissen. Zum ersten Mal wurde das deutlich, als das Flugzeug in den Hudson River stürzte. Auf Twitter hatte sich ein Foto davon rasend schnell verbreitet, lange bevor die Medien über den Vorfall berichteten.

Aber auch bei vielen anderen Ereignissen oder Veranstaltungen spielt Twitter die entscheidende Rolle. Ein großer Teil der Social Media Kommunikation zu Messen, Konferenzen, Events oder ähnlichen Veranstaltungen findet über Twitter statt.

Twitter als Second Screen Kanal

Einen Platz hat sich Twitter auf jeden Fall gesichert – den des beliebtesten Second Screen Kanals. Wann immer etwas im Fernsehen läuft, Twitter-Nutzer sind dabei. So tauchen jeden Abend TV-Highlights wie Tatort, Dschungelcamp, Frauentausch oder Maischberger in den Trending Topics auf. Und wer einmal in die Tweets geschaut hat, weiß: dort mitzulesen ist oft unterhaltsamer als die Sendung an sich.

Blöd für Twitter: Facebook will selbst den Second Screen erobern und bastelt fleißig ebenfalls an Trending Topics und Vorschlägen zu aktuellen Themen. Könnte spannend werden.

Twitter entwickelt sich weiter

In den letzten Jahren hat Twitter zahlreiche tiefgreifende Änderungen eingeführt.

So können Twitterati seit einigen Jahren auch Bilder und Videos twittern. Das nimmt deutlich mehr Platz im Newsfeed ein, ist also aus Marketingsicht eine wichtige Methode.

Auch die Twitter-Anzeigen stellen eine wichtige Neuerung der letzten Jahre dar. Jeder Twitter-Nutzer kann, ähnlich wie bei Facebook, im Self Service-Verfahren Anzeigen schalten und relativ genau ausrichten. Leider sind die zu erwartenden Ergebnisse im Vergleich zu Facebook-Werbung eher gering, was einfach an der kleineren Reichweite von Twitter in Deutschland und der damit verbundenen schwächeren Datenbasis liegt. Aber in manchen Branchen und Zielgruppen sind Twitter-Anzeigen durchaus ein sinnvolles Marketing-Tool.

Aber nicht alle Innovationen kommen gut an. Der Wechsel des Favoriten-Buttons zum Like-Herz-Button wurde eher milde belächelt. Der Vorstoß, nach zehn Jahren eine algorithmische Filterung des Newsfeeds einführen zu wollen (und damit das letzte große Alleinstellungsmerkmal von Twitter aufzulösen), löste unter dem Hashtag #riptwitter einen Shitstorm aus. Schnell wurde zurückgerudert. Unter „Einstellungen“ kann man die Personalisierung nun wieder abstellen, muss den Haken dort allerdings aktiv rausnehmen.

Auch die Ankündigung, zukünftig 10.000 Zeichen statt wie bisher 140 zu erlauben, stoß auf heftige Kritik. Wo ist dann noch die Besonderheit von Twitter? Aber Twitter muss sich neu erfinden, um neue Nutzer begeistern zu können. Und Wege finden, endlich Geld zu verdienen. Denn auch nach zehn Jahren hat Twitter noch nie Gewinn gemacht. Klar investiert man im Social Web oft in Potenzial statt in aktuelle Werte, aber irgendwann wollen Investoren und Aktionäre dann doch mal etwas sehen für ihr Geld. Experimente wie der Buy-Button, also das direkte Shopping über Twitter, könnten hier ein Ansatz sein. Wir werden es sehen.

Twitter kauft ein

Twitter hat auch einige Male die Geldbörse geöffnet und Unternehmen hinzugekauft. Die bekanntesten Beispiele sind die Endlos-Loop-Video-Plattform Vine und der Live-Streaming-Anbieter Periscope. Beide lassen sich inzwischen direkt im Twitterfeed betrachten.

Leider konnte auch das Twitter bei uns nicht so wirklich zum Durchbruch verhelfen. Vine und Periscope sind hip und cool, aber fragt man die Menschen auf der Straße, haben nur die wenigsten je davon gehört. Und auch hier greift Facebook wieder an: Mit Mentions und Live steht eine starke Alternative für das Live-Streaming bereit, die durch die deutlich größere Reichweite von Facebook auch deutlich besser funktionieren wird. Periscope könnte ein kurzes Gastspiel gewesen sein, was sich beim Vorgänger Meerkat bereits gezeigt hat.

Alles Gute, Twitter

Wird es Twitter in fünf Jahren noch geben? Keine Ahnung. Vielleicht wird Twitter ja von Google aufgekauft, nachdem Google+ als ehemaliger Twitter- und Facebook-Killer nur noch ein Schatten seiner selbst ist. Vielleicht schafft es Twitter auch, profitabel zu werden und gegen die große Konkurrenz von Facebook, Instagram, YouTube und WhatsApp anzukommen.

Ich wünsche dir, liebes Twitter, auf jeden Fall viel Erfolg. Mir gefällst du, mir machst du Spaß und auf meinen Besuch darfst du weiterhin zählen. Wir seh’n uns in deiner Timeline.



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