Skip to main content

Dieser Mann wird zwei Milliarden Menschen glücklicher machen – auch dich!

Was ist der größte Traum, den du je hattest? Ein eigenes Unternehmen? Eine Weltreise? Dein Gesicht auf einer Briefmarke?

In diesem Blogbeitrag stelle ich dir jemanden vor, dessen Entwicklung, wenn alles klappt, von mehr als zwei Milliarden Menschen genutzt werden kann. Auch du wirst sie nutzen. Und ich. Vielleicht sogar täglich. Und wir werden wissen, wer dahinter steckt. Wir werden jedes Mal schmunzeln müssen. Das haben wir den anderen zwei Milliarden Menschen voraus.

Der Mensch, den ich dir heute vorstellen will, ist Dominik Schwarz. Er ist nicht nur mein Kunde, Branchenkollege und Freund, sondern wahrscheinlich einer der ungewöhnlichsten Menschen, die ich kenne. Dominik hat die Telekom in die Knie gezwungen, Tschernobyl und Nordkorea bereist, historische Postkarten seines Heimatorts digitalisiert, seine Handschrift als Schriftart veröffentlicht, Google Maps ausgedruckt und ist auch sonst ein interessanter Typ. Wie wir neulich festgestellt haben, betrieb er früher mal ein Rennmaus-Forum, in dem ich vor langer Zeit selbst mitgelesen habe, als ich noch Rennmäuse hatte. So klein ist die Online-Welt. Ach ja, er besitzt Mammut-Haare und Mammut-Fleisch.

dominik

Aber das ist nicht Anlass dieses Blogbeitrags. Sondern Dominiks aktuelles Projekt. Als er mir davon erzählt hat, hab ich es erst gar nicht kapiert. Dann fand ich es albern, dann interessant, dann beeindruckend, dann grandios. Alles innerhalb von vielleicht fünf Minuten. Ich bin gespannt, wie du darauf reagierst.

Ganz nebenbei erfährst du in diesem Beitrag, wie etwas, das du bereits heute jeden Tag benutzt, eigentlich funktioniert. Ich versichere dir: Darüber hast du dir noch nie Gedanken gemacht. Bis heute.

Und jetzt, without further ado:

Dominiks Beitrag zur Verbesserung der Welt!

Felix: Um es nicht unnötig spannend zu machen: Verrate uns doch gleich, was du getan hast.

Dominik: In erster Linie dasselbe wie jeder andere auch: Jahrelang darunter gelitten, dass es keinen Dinosaurier-Emoji gibt. Wie soll man da seine Gefühle ordentlich ausdrücken? Und dann habe ich mit der Recherche begonnen, Formulare ausgefüllt, den Antrag abgeschickt und mit etwas Glück haben wir 2017 ein neues Emoji!

Felix: Klar, die meisten Menschen ärgern sich drüber, dass es keinen Dinosaurier-Emoji gibt. Und du hast diese Situation also hoffentlich bald beendet. Aber mal andersrum gefragt: Warum ausgerechnet ein Dinosaurier-Emoji?

Dominik: Warum denn FÜNF Hühner-Emojis? Warum denn ZWEI Drachen?

Felix: Dagegen kann man natürlich nicht argumentieren. Also war die Zeit wohl reif für den Dino-Emoji. Also hast du die Idee gehabt, den Emoji einzureichen. Ich für meinen Teil wüsste an dem Punkt überhaupt nicht, was ich tun sollte. Was waren denn deine ersten Schritte?

dinoemojiDominik: Das war definitiv der spannendste Teil. Ich hatte mir bis dahin keine Gedanken dazu gemacht, was Emojis technisch eigentlich genau sind. Die Recherche führt einen dann zunächst zur Geschichte der Emojis: verschiedene Telko-Carriere hatten in Japan schon in den 90ern Emojis. Allerdings hatte jeder Anbieter ein eigenes Zeichenset, so dass providerübergreifende Emojinachrichten ggf. mit völlig verzerrter Botschaft angekommen sind.

Erst 2010 hat das Unicode Consortium (bestehend aus Apple, Google, Microsoft und anderen) dann angefangen, die verschiedenen Zeichensets zu harmonisieren. Dieses Konsortium entscheidet auch über neue Emojis und hat den Antragsprozess entwickelt.

Felix: Ok, es gibt also ein Konsortium für Emojis? Kannst du das ein bisschen näher beschreiben? und vor allem den Prozess, wie man dort ein Emoji einreicht?

Dominik: Das „Subkomitee Emoji“ ist Teil des Unicode Consortiums. Die Leute bei Unicode arbeitet hauptsächlich daran, alle Schrift- und Zeichensysteme dieser Welt zu systematisieren. Also zum Beispiel sorgen sie dafür, dass unsere deutschen Umlaute auch auf amerikanischen Computern angezeigt werden.

Das „Subkomitee Emoji“ ist da vermutlich eine schöne Abwechslung. Die Gruppe legt die technologischen Rahmenbedingungen für Emojis fest und entscheidet auch darüber, was überhaupt ein Emoji werden kann.

formular-dinoemojiAlle eingehenden Anträge müssen einem sehr umfangreichen Regelwerk entsprechen und so kommen schnell viele Seiten PDF zusammen.

Es muss beispielsweise begründet und belegt werden, wie häufig ein Emoji voraussichtlich verwendet werden wird. Also muss eine Suchtrendanalyse durchgeführt und dokumentiert werden.

Eine weitere Voraussetzung ist: Emojis dürfen nicht nur einen Trend abbilden. Also habe ich Quellen recherchiert, die belegen, dass Dinosaurier seit dem 19. Jahrhundert alle Altersgruppen faszinieren und ein globales (auch wichtig!) Phänomen sind.

Aus all diesen Informationen entsteht dann ein Dokument, das wird eingereicht und dann heißt es warten.

Felix: Ok, der Entwurf ist also eingereicht. Wovon hängt es nun ab, ob ein Emoji angenommen wird bzw. welches genommen wird?

Dominik: Im Wesentlichen kommt es darauf an, ob die Argumente das Komitee überzeugen können.

Aber selbst wenn ein Antrag angenommen wird ist noch immer lange nicht sicher, wie ein Emoji final aussehen wird. Ich habe zwar einen Entwurf mitgeliefert, allerdings obliegt es den einzelnen Plattformen, die Emojis zu gestalten. Die Apple-Emojis unterscheiden sich radikal von den Google Emojis und so weiter.

Felix: Wie ist der aktuelle Stand bei deinem Emoji? Ist das alles schon safe oder kann es noch kippen?

Dominik: Kurioserweise gab es innerhalb des letzten Quartals mehrere Vorschläge, die sich teilweise überlappen: Gleich drei Personen haben (mehrere) Dinosaurier und andere ausgestorbene Tiere wie Mammuts vorgeschlagen. Das Emoji-Komitee hat die Entscheidung über ausgestorbene Tiere daher zurückgestellt und wird bis zum nächsten Quartalsmeeting einen konsolidierten Vorschlag erarbeiten.

Aller Voraussicht nach wird es maximal ein einziges Dinosaurieremoji geben, alles andere führt schließlich ins Bodenlose. Und ich denke, es sprechen zahlreiche gute Gründe für meinen Entwurf:

Kein anderer Dinosaurier hat eine so ikonische Körperform wie ein Sauropode. Jedes Kind kann einen „Langhals“-Dinosaurier malen.

Außerdem ist es laut Regelwerk klar erwünscht, dass Emojis immer mit mehreren Bedeutungsebenen gelesen werden können. In zahlreichen Sprachen dieser Welt steht das Wort Dinosaurier für „obsolet“, „langsam“ und „aus der Zeit gefallen“. Mit einem T-Rex Emoji lässt sich diese Doppelbedeutung nicht herstellen.

Felix: Gehen wir davon aus, das Emoji wird akzeptiert. Dann wird dein Dino von Milliarden von Menschen genutzt. Gutes Gefühl?

Dominik: So.

Felix: Und schließlich: Weltkarte ausdrucken, Tschernobyl bereisen, Emoji veröffentlichen – was plant Dominik Schwarz als nächstes?

Dominik: Ich weiß es nicht, ich folge keinem Plan sondern gehe einfach lange den Dingen nach, die mich aus verschiedenen Gründen faszinieren. Wenn man lange genug draufschaut kann man hinter allem eine kuriose Geschichte entdecken.

Na, hab ich zuviel versprochen? Wenn du Dominik so interessant findest wie ich, abonniere ihn auf Facebook. Es lohnt sich.

Und hier kannst du dich über den #dinosauremoji auf dem Laufenden halten.



Ähnliche Beiträge



Kommentare


Knut Möller 30. August 2016 um 12:29

Hey, erst mal viel Glück!

Meine Frage ist, wo kann ich ein Antragsformular für Emoji runter laden? Gibt es so etwas im Netz?

Antworten

Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Auszeichnungen

Mitgliedschaften, Zertifizierungen & Auftritt